In Memmingen hat der unsachgemäße Umgang mit Chemikalien einen Großeinsatz ausgelöst. Selbst Experten aus München rückten an.

Der unsachgemäße Umgang mit Chemikalien war der Auslöser für einen Großeinsatz am Donnerstagnachmittag. Gegen 14:20 Uhr wurde die Polizei Memmingen von der örtlichen Feuerwehr informiert, dass in einer ehemaligen Apotheke im Bereich Gerberplatz eine unbekannte Flüssigkeit ausgelaufen sei. Da diese durch den Betreiber der Apotheke nicht genannt werden konnte, konnte eine Gesundheitsgefahr durch den Stoff nicht ausgeschlossen werden.
Seitens der Einsatzkräfte wurde der betoffene Bereich weiträumig abgesperrt. Die Anlieger wurden über Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Im weiteren Verlauf wurde zusätzlich eine entsprechende amtliche Gefahrendurchsage für den Altstadtbereich von Memmingen veranlasst. Im betroffenen Bereich war eine entsprechende Geruchsbelästigung feststellbar.
Vereinzelt klagten die Einsatzkräfte über Hautirritationen, Schleimhautreizungen und Kopfschmerzen. Um die Gefahr, die von dem Stoff ausging bestimmen zu können, wurde von der Berufsfeuerwehr München die Analytische Task Force um Unterstützung ersucht. Zudem rief die Stadt Memmingen ihren Führungsstab auf. Nach Eintreffen der Spezialisten wurden von diesen entsprechende Proben genommen und auf ihre Zusammensetzung hin untersucht.
Aufgrund der zwischenzeitlichen erlangten Erkenntnisse konnte die amtliche Gefahrendurchsage gegen 19:30 Uhr widerrufen werden. Anwohner die aufgrund der Absperrung nicht mehr in ihre Wohnung gelangen konnten, wurde der Zutritt ermöglicht. Die Absperrung für den Fahrzeugverkehr wird wegen des voraussichtlich noch mehrere Stunden andauernden Einsatzes weiter aufrecht erhalten.
Die polizeilichen Ermittlungen zur Ursache des Vorfalls ergaben, dass die Apotheke von ihrem Betreiber demnächst zu räumen war und hierbei eine unsachgemäßer Entsorgung von Chemikalien über das Abwasser erfolgt ist. Als Folge kam es zum Austritt einer oder mehrerer über den Geruch wahrnehmbarer und reizenden Verbindungen. Von den vor Ort anwesenden Spezialkräften werden die in dem Objekt gelagerten potentiell gesundheitsschädlichen und gefährlichen Chemikalien sachgerecht verpackt und über eine Spezialfirma entsorgt. Insgesamt waren bei dem Vorfall über 100 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Neben einem Ermittlungsverfahren kommen auf die Verantwortlichen auch die zivilrechtlichen Folgen wie die Einsatzkosten zu. AZ
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