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08. Juni 2009 07:17 Uhr

EU-Wahl-Reaktionen

"Das ist ein Schlag in die Magengrube"

"Jetzt wird erst mal gefeiert." Markus Ferber (Bobingen),Spitzenkandidat der CSU bei der Europawahl, war gestern Abend "sorichtig erleichtert". Als erste Prognosen die CSU nahe an der50-Prozent-Marke sahen, hatte er noch vor allzu großer Euphorie gewarnt.

Von Jörg Sigmund und unseren Nachrichtenagenturen

Augsburg/München. "Jetzt wird erst mal gefeiert." Markus Ferber (Bobingen), Spitzenkandidat der CSU bei der Europawahl, war gestern Abend "so richtig erleichtert". Als erste Prognosen die CSU nahe an der 50-Prozent-Marke sahen, hatte er noch vor allzu großer Euphorie gewarnt.

Doch dann, als sich in den Hochrechnungen das gute Ergebnis verfestigte, war der 44-Jährige "nur noch froh". Die CSU habe viel Vertrauen zurückgewonnen und könne nun auf diesem Resultat aufbauen. Ferber: "Wir haben eine gute Vorlage geliefert - auch an die Adresse der CDU."

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Die frühere Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU) hat nach dem Einzug ins Europaparlament vollen Arbeitseinsatz versprochen. "Ich freue mich sehr, aber ich werde mich jetzt nicht zurücklehnen", sagte Hohlmeier.

Jubel im Lager der CSU, Fassungslosigkeit und versteinerte Mienen bei der SPD. Landeschef Ludwig Stiegler wollte die schwere Niederlage nicht beschönigen und sprach von einem "schweren Schlag in die Magengrube". Er habe nicht mit einem erneuten Rückgang gerechnet. "Wir sehen jetzt, dass der Fahrstuhl noch ein paar Etagen kennt." Stiegler, der den Landesvorsitz im Juli abgibt, fügte hinzu, seine Partei habe offenbar ein "Mobilisierungsproblem". Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Harald Güller (Neusäß), nannte das Abschneiden "inakzeptabel".

Die "sehr zentralistisch organisierte SPD" müsse aus diesem Wahlkampf Lehren ziehen und der Bayern-SPD künftig mehr Freiheiten geben. Einer Regionalpartei wie der CSU müsse man "ganz anders entgegentreten". Güller: "Der heutige Tag hat uns sicher nicht nach vorn gebracht." Nun sei eine "klare Analyse" angesagt. Bayerns frühere SPD-Chefin Renate Schmidt hat ihre Partei nach dem desaströsen Abschneiden kritisiert. "Wir beflügeln die Fantasie der Wähler nicht mehr", sagte Schmidt. "Bei Wahlen geht es auch um psychologische Effekte. Da sind wir nicht gut."

Die bayerische FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß (Augsburg) betonte, der Trend der Landtagswahl habe sich fortgesetzt, die Freien Demokraten seien in Bayern angekommen. Jetzt gelte es, sich dauerhaft zu stabilisieren. Gruß bewertete den Wahlausgang auch als "Signal für eine schwarz-gelbe Mehrheit bei der Bundestagswahl". Selbstverständlich zeige das Ergebnis auch den Weg zu einem Regierungswechsel im Herbst, sagte Bayerns FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Die bayerische Spitzenkandidatin der Grünen, Barbara Lochbihler, äußerte sich "sehr zufrieden". Es sei "ein großartiges Ergebnis", so die Allgäuerin. "Ich freue mich, dass die Grünen drittstärkste Kraft in Bayern und in Deutschland sind. Das gibt natürlich Rückenwind für die Bundestagswahl."

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