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07. März 2010 08:25 Uhr

Unglaubliches Comeback

Dompteur Walliser bietet den fauchenden Tigern die Stirn

Er kämpfte nach seinem schrecklichen Unfall mit dem Leben - nun steht Dompteur Christian Walliser wieder in der Manage. Melanie Hofmann war dabei, als er am Samstag zum ersten Mal nach dem verheerenden Tiger-Angriff wieder auftrat.

Christian Walliser steht wieder in der Manege.

Im Dezember ist Dompteur Christian Walliser von drei Tigern angefallen und dabei schwer verletzt worden. Wochenlang lag er im Koma. Die Spannung war groß, als er am Samstag in Wolfratshausen zum ersten Mal seit seinem Unfall wieder mit seinen Tigern auftrat.

Sechs Tiger drehen kraftvoll ihre Runden in der umzäunten Manege. Noch mit steifen Schritten betritt Christian Walliser den Gitterkäfig. Es ist der der erste Auftritt des Königsbrunner Dompteurs seit seinem schrecklichen Unfall im Dezember.

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Bei einer Dinnershow in Hamburg hatten sich drei seiner Tiger auf ihn gestürzt, nachdem er gestolpert war: Sie zerfleischten ihm die linke Hand, bissen in seinen Oberkörper und den Kopf und zertrümmerten sein Becken. Siebeneinhalb Stunden kämpften die Ärzte um sein Leben.

Doch all das ist in diesem Augenblick vergessen: Jetzt muss Christian Walliser wieder das Alphatier sein, um die kräftigen Tiere im Griff zu haben. "Ich darf vor den Tigern keine Schwäche zeigen", sagt der 29-Jährige. Mit einem Lächeln begrüßt er sein Publikum. Jedes der Tiere nimmt seinen Platz ein.

Tiger "Carren" weigert sich, die Pfote aufs Podest zu setzen. Er faucht, legt die Ohren an. Walliser spricht beschwörend auf ihn ein. Der Tiger weicht zurück, faucht wieder. Was gehört zur Show - was nicht? Das Publikum hält den Atem an.

Das Alphatier gewinnt. Carren legt seine Pfote aufs Podest. Und Walliser lächelt.

Die drei Tiger, die ihn im Dezember so schwer verletzt haben, sind noch nicht in der Manege zu sehen. Auch das Training entfällt derzeit für sie. Walliser will abwarten, bis er mit seiner linken Hand wieder richtig greifen und eine Faust machen kann.

In zwölf Wochen wird das sein, schätzt er. "Auch die Schmerzmittel werden immer mehr reduziert", erklärt der hagere Mann, der sich nach eigenen Angaben derzeit hauptsächlich von Kaffee, Tabletten und Zigaretten ernährt.

Durch den Unfall ist der "jüngste Dompteur Deutschlands" noch bekannter geworden. "Ich bin seitdem prominent und will jetzt das Beste daraus machen", erklärt Walliser. Er habe durch die Pause auch viel Zeit und Geld verloren. Rund ein Dutzend Journalisten sind zu seinem ersten Auftritt nach dem tragischen Unfall gekommen.

Viele Zuschauer - überwiegend Kinder mit Eltern oder Großeltern - sind indes ahnungslos von den Geschehnissen im Dezember. Für sie ist Wallisers erster Auftritt dasselbe wie für ihn selbst: "Ein ganz normaler Arbeitstag im Zirkus wie jeder andere auch." Melanie Hofmann

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