Mit zwei Hochzeitsgästen hat ein 20-Jähriger im Sommer Graffiti im Landkreis München gesprüht. Dank eines 17-jährigen Schülers konnte der Serientäter jetzt gefasst werden.
Ein 17-jähriger Schüler hat laut Polizei bereits in der Nacht von Freitag, 29. Juli, auf Samstag, 30.Juli., drei Personen beobachtet, die in der Georg-Kalb-Straße in Pullach (Landkreis München) gerade eine Hauswand besprühten. Couragiert schritt er ein und lief auf die Täter zu, die daraufhin wegrannten.
Es gelang dem Schüler jedoch den Haupttäter kurz festzuhalten, wobei dieser einen Schlüssel verlor. Alle drei Sprayer konnten danach zunächst unerkannt entkommen. Zurück blieben zehn beschmierte Objekte: Hausmauern, Garagentore, Gartenzäune, Schaltkästen und Verkehrsschilder.
Über den verlorenen Schlüssel konnte die Polizei eine Wohnanlage in Neuhausen in München ermitteln. Dort wurden die Beamten schon in der zweiten Wohnung fündig und der Haupttäter, ein 20-jährigen Münchner Schüler, konnte ermittelt werden.
Nach seiner Festnahme zeigte sich der 20-Jährige umfangreich geständig und gab zu, dass er in der fraglichen Nacht auf einer Hochzeit war und die Sprühdosen bereits mitgebracht hatte. Zusammen mit dem Sohn der Braut und einem weiteren auswärtigen Hochzeitsgast machte er sich dann mitten in der Nacht auf Spraytour.
Im Laufe der weiteren Ermittlungen konnte dem 20-Jährigen eine Graffiti-Serie in Neuhausen nachgewiesen werden, für die er alleine verantwortlich war, wie die Polizei mitteilt. Insgesamt konnten so 59 Straftaten aufgeklärt werden. Der entstandene Sachschaden liegt bei etwa 15.000 Euro.
Die Ermittlungen und die Festnahme des Haupttäters, der von dem 17-jährigen Zeugen aufgehalten wurde, wäre ohne das engagierte und besonnene Eingreifen des Schülers nicht möglich gewesen, da sonst keinerlei Hinweise auf die Personen vorhanden waren. Der junge Schüler ließ sich auch davon nicht abschrecken, dass es sich um insgesamt drei Graffitisprayer handelte und er allein gegen sie einschritt. Die Münchner Kriminalpolizei bedankte sich bei dem 17-Jährigen für sein couragiertes Einschreiten und belohnte ihn mit 200 Euro. AZ
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren