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03. Februar 2012 15:22 Uhr

Kabarett

Drei Ministerpräsidenten und ein blinder Passagier

Wolfgang Krebs stellt im Münchner „Schlachthof“ sein neues Bühnenprogramm vor. Es darf gelacht werden.

Amtsinhaber und Nachfolger? Drei Ministerpräsidenten und den Oberbürgermeister von München imitiert Wolfgang Krebs auf der Bühne.
Foto: dpa

Die CSU ist für einen politischen Kabarettisten in Bayern nicht unbedingt ein originelles Thema. Im Freistaat hat seit über 50 Jahren niemand anderes regiert, wen soll man also sonst verspotten? Trotzdem hat es Wolfgang Krebs geschafft, das Publikum im Münchner „Schlachthof“ bei der Premiere seines neuen Programms über die Regierungspartei zu begeistern. Mit „Drei Mann in einem Dings – Eine Partei auf Wahlfang“ bringt er die Menschen zum Lachen.

Imitator von Edmund Stoiber und Horst Seehofer

Krebs ist als Imitator von Edmund Stoiber und Horst Seehofer bekannt geworden. Auf diese Figuren setzt er auch jetzt. Er nimmt seine Gäste zu einer Ausflugsfahrt auf hoher See mit. Als dritter Ministerpräsident ist Günther Beckstein dabei. Am Steuer steht aber Kapitän Seehofer: „Mein Wahlspruch lautet: entweder konsequent oder inkonsequent, aber nicht dieses ständige Hin und Her.“

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Der amtierende Landesvater äußert sich auch zur Affäre um Bundespräsident Christian Wulff. Es ist ihm ein dringendes Bedürfnis eine Sache klarzustellen: „Wir Bayern haben die Amigos erfunden. Alles andere ist ein Plagiat!“

Neben den Granden trauen sich Figuren wie die ehemalige Starkbierkönigin Waldemarie Wammerl und Schlagersänger Meggy Montana aus dem Allgäu auf die Bühne. Wammerl zeigt sich als Expertin in Liebesdingen und Montana präsentiert sein Album „1000 Takte Tinnitus“.

Krebs möchte sich damit von seinen Ministerpräsidenten lösen und Charaktere schaffen, die bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Versuch ist gut, das Publikum lacht, die Reaktion aber schwächer als bei den Imitationen der Politiker. Dafür bleiben Montana zu blass und die Pointen von Wammerls Mann-Frau-Sprüchen zu vorhersehbar: „Was Männer überhaupt nicht wollen, das ist graue schäbige Unterwäsche. Fragt sich nur, warum Männer so etwas dann gerne anziehen.“

Ein anderer unbekannter Charakter ist bissiger und kommt bei den Leuten im Schlachthof besser an. Schorsch, der CSU-Ortsverbandsvorsitzende. Auf zotig bayerische Art erzählt er von seinem Einsatz zum Erhalt des Franz-Josef-Strauß-Ehrenwaschbetonkübels in seiner Heimatgemeinde. Ein unermüdlicher Kampf gegen die eingefleischten Sozis, der Schorsch an seine Grenzen bringt.

Christian Ude ist schon mit von der Partie

Am meisten reißt das Münchner Publikum aber ein blinder Passagier auf dem CSU-Kreuzer von den Bänken, der plötzlich aus einem Bullauge auftaucht: Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. Seine Witze beißen tief in das Fleisch der Sozialdemokraten: „Das ist für ein Mitglied der bayerischen SPD nichts Ungewöhnliches, dass die Menschen fragen, was will der denn hier.“ Weil Ude das Fass auf dem Oktoberfest bald mit null Schlägen anzapfen könne, möchte er Kapitän Seehofer ab 2013 beerben. Das ist bekannt.  Neu ist allerdings seine ganz eigene „Vision für Bayern“.

Sollte dem Oberhaupt der Landeshauptstadt der Wahlsieg gelingen, hätte Wolfgang Krebs vier Ministerpräsidenten an Bord. Die sind seine Welt.

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