Das Ergebnis einer Stichprobe war wegen einer Panne zu spät übermittelt worden. Demnach enthalten das dunkle Bier und der dunkle Doppelbock einen zu hohen Wert der als krebserregend geltenden Nitrosamine. Das bayerische Gesundheitsministerium stuft den Gerstensaft als nicht zum Verzehr geeignet ein, wie der Bayerische Brauerbund am Mittwoch in München mitteilte.
Die Nitrosamine - sie entstehen auch beim Grillen von Fleisch über offenem Feuer - kamen über zu stark geröstetes Braumalz einer Allgäuer Firma ins Bier der Ettaler Mönche. Der Chef der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe, Pater Johannes Bauer, sprach im "Münchner Merkur" und der "tz" (Mittwoch) von einem "Riesenschaden", auch "vom Image her". Zwar hat die Brauerei schon mehr als die Hälfte der 185 Hektoliter aus den Regalen und Getränkemärkten zurückbekommen. Dennoch dürften etliche Maß mit dem zu hohen Nitrosamin-Gehalt bereits durch durstige Kehlen geflossen sein.
Geschmeckt hat es der Konsument nach Auskunft von Brauerbund-Sprecher Walter König nicht. Auch bestehe keine Gefahr gesundheitlicher Schäden. Der Pater ergänzt zum Nitrosamingehalt: "Die Menge, die sich in besagtem Bier befindet, ist so gering, dass man schon über viele Tage und in erheblichen Maße davon trinken müsste, ehe eine gesundheitsgefährdende Wirkung einsetzen könnte."
Der sogenannte technische Richtwert für den krebserregenden Stoff liegt bei 0,5 Mikrogramm pro Liter. Das Malz wies nach Auskunft Königs zunächst einen rund zehnfach erhöhten Wert auf, der sich durch das Brauen - zum Wasser kam noch Hopfen und beim Gärungsprozess Hefe dazu - aber auf das drei- bis vierfache reduzierte. Bei der Rückrufaktion handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Die Ettaler Mönche kamen mit ihrem Schritt einer gesetzlichen Vorschrift nach.
Der Brauerbund lobte das rasche Handeln des oberbayerischen Klosters. Die bayerische Brauwirtschaft unterhält ein flächendeckendes Kontrollsystem. Überschreitungen von Richtwerten bei Stichproben ziehen sofortiges Handeln nach sich, wie König versicherte. Allerdings blieb in diesem Fall das Ergebnis zu lange liegen, so dass das Bier nicht wie sonst üblich bereits vor der Auslieferung weggeschüttet werden konnte. Die Klosterbrauerei Ettal gibt es seit 1609. Sie braut derzeit fünf Biersorten. dpa