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Wild im Wald: Experte schätzt Überlebenschance von Kuh Yvonne als hoch ein

Wild im Wald

Experte schätzt Überlebenschance von Kuh Yvonne als hoch ein

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    Die Kuh, die ein Reh sein will.
    Die Kuh, die ein Reh sein will.

    Die ausgebüxte Kuh Yvonne sorgt für Aufsehen: Vor Wochen ist sie in Bayern von ihrer Herde in einen Wald geflohen und seit dem nicht mehr aufzufinden. Dass sich diese Situation nicht zum Nachteil für das Tier entwickeln muss, hat nun ein Experte bestätigt.

    Im Wald könnte die Kuh sehr gut überleben. "Dort ist es schön kühl und es gibt genug zu fressen", sagte Jörg Hartung, Leiter des Instituts für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

    Denn Yvonne könne zum Beispiel Gras, Beeren und Blätter fressen. Obwohl sie auf einer Weide aufwuchs, wisse sie, welche Pflanzen giftig sind. Doch im Winter könnte das Nahrungsangebot zu knapp werden. "Zehn bis zwanzig Kilo braucht ein Rind pro Tag", erklärte der Professor. Das würde zum Überleben reichen, da Yvonne keine Leistung wie literweise Milch bringen müsse.

    Auch wenn es geschneit haben wird, könnte sie sich möglicherweise von dem Futter ernähren, dass extra für Wildtiere ausgelegt werde. Anders als zum Beispiel Rehe knabbere eine Kuh in der Regel aber keine Rinde an.

    Ausgebüxte Kuh: Wenn das Futter knapp wird, kehrt Yvonne vielleicht zurück

    Dauerhaft wird dieser Zustand für die Kuh möglicherweise nicht sein. Der Tiermediziner hat die Vermutung, "dass sie sich im Winter erinnert, wo es gutes Futter gibt." Möglicherweise kommt Yvonne dann freiwillig zurück.

    Die frostigen Temperaturen schaden Yvonne dem Arzt zufolge nicht. "Kühe können eigentlich schlechter hohe Temperaturen ertragen", erklärte Hartung. Deshalb sei der schattige Wald im Sommer ein geeigneter Ort für Schutz auch Abkühlung. Ansonsten könnten Rinder durchaus mit Temperaturen bis minus 20 Grad zurecht kommen.

    Den Versuch, Yvonne mit Hilfe von Kuhschwester Waltraud und Kälbchen Waldi aus dem Wald zu locken, hält der Fachmann für plausibel - den Erfolg aber für eher unwahrscheinlich. "Es wird wohl weniger der Mutterreflex sein", sagte Hartung. Da Waldi nicht Yvonnes Nachwuchs ist, sei das so gut wie ausgeschlossen. Eher könnte sich Yvonne generell für die anderen Tiere interessieren. "Aber auch Kühe können wählerisch sein." dpa/AZ

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