Eine Umfrage unter Eltern von Gymnasiasten hat ergeben, dass durch das G8 die Zeit der Schüler für Hobbys stark geschrumpft ist. Auch in Sachen Nachhilfe ist die Lage prekär.

Weniger Freizeit, mehr Nachhilfe: So lautet das Fazit der Elternbefragung 2010, die die Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern (LEV) gestern vorgestellt hat.
Bei der Befragung von rund 35.000 Eltern von Gymnasiasten habe sich herausgestellt, dass inzwischen ein Drittel der Schüler auf Nachhilfe angewiesen sei, erklärte LEV-Vorsitzender Thomas Lillig.
2007 sei es nur ein Viertel gewesen. Lillig sieht aufgrund dieser Entwicklung die Gerechtigkeit in Gefahr: "Es soll nicht am Geldbeutel der Eltern liegen, ob man sich Bildung leisten kann."
Bei den meisten helfen die Eltern
Er prangerte an, dass zwei Drittel der Gymnasiasten auf die Mithilfe ihrer Eltern angewiesen seien. Es sei Aufgabe der Schule, den Stoff so zu vermitteln, dass die Kinder ihn verstehen und ihre Hausaufgaben selbstständig lösen können. Doch durch die Fülle im Lehrplan für das achtjährige Gymnasium (G 8) falle eine erste Übung im Unterricht praktisch flach, so die LEV.
Sorgenkind in fast allen Statistiken ist für die LEV die Q 11, die erste elfte Klasse nach dem neuen G-8-System: Knapp 78 Prozent der Elftklässler haben nach Meinung ihrer Eltern nicht genug Zeit für Hobbys, Freunde oder Wahlfächer.
Der Großteil sei mehr als 40 Stunden in der Woche für die Schule aus dem Haus, fast jeder Fünfte habe eine 48-Stunden-Woche oder mehr. "Und da ist noch nichts gelernt, keine Hausaufgabe gemacht", sagte Harald Renz von der LEV.
Kultusminister Ludwig Spaenle will die Ergebnisse prüfen: "Die Probleme, die hier zutage gefördert werden, werden wir angehen." Der bayerische Philologenverband äußerte Skepsis gegenüber den Zahlen der LEV: Überforderung und Überarbeitung seien keineswegs der Regelfall, heißt es vonseiten der Lehrervertretung. (home)
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