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05. Mai 2008 19:20 Uhr

Hacker-Forum zerschlagen

Gestohlene Kreditkarten-Daten gegen Geld

Ausgespähte Zugangsdatenfür Ebay und Paypal, gefälschte Führerscheine: Angebote wiediese waren üblich im Internetforum hacksector.cc" - bis AugsburgerFahnder dem Treiben ein Ende setzen. Am Dienstag gaben die Ermittlerweitere Details ihres Schlages gegen die Computerkriminalität bekannt. Von Sascha Borowski

Augsburger Fahnder haben der deutschen Hackerszene einen empfindlichen Schlag versetzt. Symbolbild: Archiv

Augsburg (bo) - Fremde Kreditkarten-Daten, ausgespähte Zugangsdatenfür Ebay, gefälschte Führerscheine und Personalausweise: Angebote wiediese waren üblich im Internetforum "hacksector.cc" - bis AugsburgerFahnder dem Treiben ein Ende setzen. Am Dienstag gaben die Ermittlerweitere Details ihres Schlages gegen die Computerkriminalität bekannt.

Rundzwei Jahre lang war "hacksector.cc" ein beliebter Treffpunkt für -überwiegend jugendliche - Computerfans. Das Problem: Auf der Plattformmit ihren rund 33 000 Mitgliedern und 700 000 Diskussionsbeiträgentummelten sich nicht nur harmlose Internetsurfer, sondern auch Diebe,Betrüger, Hehler und kriminelle Hacker. Sie verkauften ausspionierteoder gehackte Zugangsdaten gegen Geld, gaben Anleitungen zum Einbruchin Wohnungen, führten detailliert auf, wie man fremde Computer mitTrojanern ausspäht. Selbst gefälschte Ausweise wurden in speziellen Bereichen auf"hacksector.cc" verkauft, berichten die Fahnder. Wer auf der Seiteeinen solchen illegalen Shop führen wollte, musste den Forenbetreiberallerdings Geld dafür bezahlen.

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"99,9 Prozent der Inhalte aufdieser Seite waren illegal", sagt Augsburgs Kripochef Klaus Bayerl,dessen Experten im Herbst 2007 eher zufällig auf das Hacker-Forumstießen. Nach monatelangen Ermittlungen in der Szene schlugen dieFahnder dann am 9. April zu. In sechs Bundesländern wurden Wohnungender mutmaßliche Verantwortlichen durchsucht und 20 Rechnersichergestellt. Das auf einem Server in den Niederlanden gehostete Forum war zu dieser Zeit schon nicht mehr erreichbar, weil es selbst Opfer eines Hacker-Angriffs geworden war. "Allerdings liefen Vorbereitungen, es wieder zu eröffnen", so die Fahnder.

Elf jungen Männern im Alter zwischen 15 und 22Jahren werden nun Verstöße nach dem so genannten Hackerparagrafen desStrafgesetzbuchs vorgeworfen. Dazu kommen Drogendelikte und Verstößenach dem Waffengesetz. Einer der beiden Hauptdrahtzieher, ein18-Jähriger aus Baden-Württemberg, sitzt - wegen anderer Delikte - inHaft. Aus Bayern stammt keiner der elf Beschuldigten.

Ob nebenden Verantwortlichen auch die "normalen" Nutzer des inzwischenabgeschalteten Forum belangt werden, ist noch offen. "Wir versuchennatürlich, weiteren Tätern auf die Spur zu kommen", sagt Bernhard Baur,zuständiger Augsburger Kommissariatsleiter. Er räumt zugleich ein, dassdie Ermittler bei derartigen Fällen wie diesem an ihre personellenGrenzen stoßen. "Allein die auszuwertende Datenmenge ist ja gigantisch."

Dassdas Ausspähen von Daten, der Missbrauch fremder Kreditkartendaten oderdas Ausspionieren fremder Rechner immer mehr zum Massenphänomen wird,stellt Schwabens Polizeipräsident Klaus Waltrich fest. Den oft jungenTätern fehle jegliches Unrechtsbewusstsein - und den potenziellenOpfern das Wissen, wie sehr sie im Internet in Gefahr sind: "Wir müssendie Menschen viel mehr für dieses Problem sensibilisieren", sagt er.Denn die Computerkriminalität sei "ein Feld mit gigantischenFolgewirkungen."

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