Montag, 23. Oktober 2017

20. Januar 2013 08:44 Uhr

Negative Folgen befürchtet

Hochschulen: Abschaffung der Studiengebühren schlecht für Studenten

Die bayerischen Hochschulen warnen bei einer Abschaffung der Studiengebühren in Bayern vor negativen Folgen für Wissenschaft und Lehre im Freistaat.

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Ein Frau läuft im Münchner Rathaus zur Eintragungsstelle für das Volksbegehren gegen Studiengebühren.
Foto: Peter Kneffel/dpa

«Wir brauchen dieses Geld, um die Qualität halten zu können», sagte der Bamberger Unipräsident Godehard Ruppert am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. «Jeder Euro, der uns genommen wird, verschlechtert die Qualität.» Ruppert ist Sprecher der bayerischen Universitäten. Die Unis misstrauen den Versprechungen, dass die derzeit etwa 180 Millionen Euro Einnahmen aus den Studiengebühren im Fall einer Streichung voll ersetzt werden.

«Wir sind skeptisch, weil es bisher weder in Hessen, noch in Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg Kompensation in voller Höhe gegeben hat.» In fast allen Ländern sei nicht vollständig kompensiert worden, sondern immer nur in Prozentanteilen. In Bayern sei das angesichts der sozialen Ausnahmeregelungen erst recht nicht vertretbar. Die Kompensation müsse dauerhaft sein und «dynamisiert» erfolgen - wenn die Studentenzahlen steigen, sollen auch die Ausgleichszahlungen steigen.

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Auch Fachhochschulen besorgt

Die Fachhochschulen sind ebenfalls besorgt: «Es darf nicht vergessen werden, dass mit Hilfe der Studienbeiträge erhebliche Verbesserungen in der Qualität des Studiums an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften erzielt werden konnten», sagte Michael Braun, Präsident der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg. «Den Nutzen haben vor allem die Studierenden selbst und die Unternehmen, bei denen sie später arbeiten werden.» Der Anteil der Studienbeiträge am Gesamthaushalt der Fachhochschulen betrage derzeit zwischen 10 und 20 Prozent.

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