Ingolstadt Ein 49-Jähriger aus dem Landkreis Pfaffenhofen soll am Wochenende bei einem Zeltlager seines Sportvereins mindestens fünf Mädchen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren massiv sexuell missbraucht haben. Die Tat schockiert auch aus zwei anderen Gründen: Der Mann ist nicht nur seit Jahrzehnten ein engagierter Vereinsfunktionär, sondern auch noch Lehrer an einer Ingolstädter Grundschule. Er hat bereits ein Teilgeständnis abgelegt. Von Harald Jung
Mindestens fünf Mädchen "zum Spielen" gelockt
Am Wochenende fuhr der Mann als einer von mehreren Betreuern mit einer 30-köpfigen Jugendgruppe seines Vereins zum Zeltlager. Es ging auf ein Naherholungsgelände an einem Badeweiher bei Weichering im benachbarten Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Dort hat der 49-Jährige dann nach Darstellung von Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Oberbayern-Nord mindestens fünf Mädchen einzeln in sein Zelt gelockt und "zum Spielen" eingeladen. Dabei forderte der Mann die Mädchen auf, sich auszuziehen und missbrauchte sie teils massiv und brutal. "Wir haben hier einen rechtlich klassischen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vorliegen", sagte Hans-Peter Kammerer, der Pressesprecher des Präsidiums Oberbayern-Nord in Ingolstadt gestern zu unserer Zeitung.
Die Kriminalpolizei wurde am Sonntag auf den Fall aufmerksam, als der Vater einer Achtjährigen Anzeige erstattete. Das Mädchen kam völlig verstört aus dem Zeltlager zurück und brach psychisch zusammen, als es von den Eltern intensiver befragt wurde. Am Montag wurde dann deutlich, dass der Fall eine viel größere Dimension hat. Denn bei der Kripo meldeten sich noch weitere Eltern von missbrauchten Mädchen oder konnten ausfindig gemacht werden. Jetzt ermittelt die Polizei bei allen Teilnehmereltern des Jugendlagers. Der Verdacht, dass es noch mehr Opfer geben könnte, "besteht zunächst auf jeden Fall einmal", so der Polizeisprecher gestern.
Der 49-Jährige hat schon kurz nach seiner Verhaftung am Montag in seiner Wohnung ein Teilgeständnis abgelegt und nach Angaben der Staatsanwaltschaft "sexuelle Übergriffe" eingeräumt. Der zweifache Familienvater lebt in einer Gemeinde im Landkreis Pfaffenhofen gleich am Stadtrand von Ingolstadt. Der Mann ist ein beliebter Lehrer an einer Grundschule in Ingolstadt.
Gestern folgte der Ermittlungsrichter in Neuburg dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erließ Haftbefehl. Damit scheidet eine Rückkehr des Pädagogen an die Schule vorerst aus. Der Mann ist auch als Vizepräsident bei einem der größten Ingolstädter Sportvereine engagiert, wo er lange Zeit Nachwuchstrainer war. Die Vereinsspitze ist "völlig schockiert".
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