Sonntag, 19. Mai 2013

24. November 2011 08:00 Uhr

Sicherheitsmängel

Jede dritte Rodelbahn fällt durch ADAC-Test

Der ADAC hat erstmals Rodelbahnen getestet. Dabei sind gleich elf von 30 Rodelstrecken durchgefallen. Die schlechteste Piste ist in Nesselwang.

Rodeln - das macht Spaß. Der ADAC hat jetzt Rodelbahnen getestet. Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend.

Das Testergebnis des ADAC ist bedenklich. Zum ersten Mal hat der ADAC die Rodelbahnen unter die Lupe genommen. Dabei sind gleich elf von 30 überprüften Rodelbahnen durch den Test gerasselt. Wie der Automobilclub am Donnerstag in München mitteilte, ist die schlechteste Piste auf deutschem  Boden demnach der  Maria-Trost-Weg in Nesselwang. Die Rodelstrecke schnitt ebenso wie drei andere deutsche Schlittenabfahrten mit  «mangelhaft» ab. Das Prädikat «sehr gut»  erhielten hierzulande nur die Hornbahn in Bad Hindelang und die Touristen-Rodelstrecke in Oberwiesenthal.

Rodelbahn: Testsieger ist die Bahn am Rosskopf

Testsieger ist die Bahn am Rosskopf im italienischen Sterzing: Sie überzeugte - ebenso wie die Pisten in Bad Hindelang und  Oberwiesenthal - durch vorbildliche Sicherheitsvorkehrungen, einwandfreien Service und  großen Komfort. Ganz anders fällt die Bilanz des Eiger Run im schweizerischen Grindelwald aus, der am Ende des Rankings rangiert. Dort kreuzte die Piste den Experten zufolge Straßen und Bahngleise,  Prallflächen und  Absturzstellen waren nicht gesichert. Zudem gebe es keine Hinweise auf Gefahrenstellen. Auch das deutsche Sorgenkind in Nesselwang  schnitt kaum besser ab: Miserabel abgesichert, schlecht präpariert  und nur umständlich über eine gefährliche Skipiste zu erreichen - damit landete die Bahn auf dem viertletzten Platz. 

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Getestet wurden insgesamt 30 gewerblich betriebene Rodelbahnen in  Wintersportgebieten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und  Italien. Bloß drei schnitten mit «sehr gut» ab, vier mit «gut» und zwölf  bekamen die Note «ausreichend». Acht Mal fällten die Experten  das Urteil «mangelhaft», in drei Fällen lautete das Ergebnis gar «sehr mangelhaft». Bei der Überprüfung im vergangenen Winter wurden  vor allem Sicherheit und Service rund um die Bahnen bewertet.

Jährlich verunglücken Hunderte Schlittenfahrer

Nach ADAC-Angaben verunglücken in Deutschland und den benachbarten Alpenländern jährlich Hunderte Schlittenfahrer, einige  sogar tödlich. Deshalb empfiehlt der Automobilclub neben  zusätzlichen Investitionen in die Sicherheit auch eine  Kategorisierung der Abfahrten nach Schwierigkeitsgraden.  Ähnlich wie Skipisten sollten auch Rodelbahnen in Schwierigkeitsgrade wie Blau, Rot und Schwarz eingeteilt werden, forderte der ADAC-Vizepräsident für Tourismus, Max Stich. Schlittenfahren dürfe «nicht zum Lotteriespiel werden, bei dem ich erst unten weiß, ob diese Abfahrt für mich und meine Kinder geeignet  war».  dapd/AZ

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