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21. Mai 2010 07:49 Uhr

Nachgefragt

Joachim Herrmann: Änderungen vorstellbar

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hält Änderungen am Glücksspielstaatsvertrag für möglich. Von Niko Steeb

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hält Änderungen am Glücksspielstaatsvertrag für möglich:

Herr Herrmann, Schleswig-Holstein will den Glücksspielstaatsvertrag nicht verlängern. Was macht Bayern mit Sportwetten?

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Herrmann: Wir wollen den Glücksspielstaatsvertrag ernsthaft überprüfen: Wie hat er sich ausgewirkt? Wie hat sich das Spielverhalten entwickelt? Wie sehen die Einnahmen des Staates aus? Konnte die Sucht bekämpft werden? Erst muss aber alles auf dem Tisch liegen. Dann überlegen wir, welche Konsequenzen zu ziehen sind.

Sind Änderungen möglich?

Herrmann: Ja, Änderungen sind vorstellbar.

Was würde ein Alleingang von Schleswig-Holstein bedeuten?

Herrmann: Eine Situation, in der das Glücksspielrecht in jedem Bundesland anders aussieht, halte ich für problematisch. Auch in Zukunft brauchen wir in ganz Deutschland klare Regelungen. Zwar ist es legitim, dass Schleswig-Holstein eigene Vorstellungen hat, es darf aber nie Zweifel daran geben, dass am Schluss eine gemeinsame Lösung aller Länder stehen muss.

Oddset fordert, dass gegen die illegalen Wettanbieter aus dem Ausland vorgegangen werden muss. Wäre eine Auslandsvollstreckung denkbar?

Herrmann: Das halte ich für unwahrscheinlich, auch wenn es wünschenswert wäre. Die anderen europäischen Staaten sehen das grundsätzlich anders. Sie werden sich darauf nicht einlassen.

Befürworten Sie persönlich eine Beibehaltung des Monopols oder eine Liberalisierung des Wettmarktes?

Herrmann: Eine völlige Freigabe kann ich mir nicht vorstellen, eine Lockerung in gewissen Bereichen schon. Man muss sehen, dass die Entwicklung zu Einnahmeverlusten geführt hat, die der Sportförderung fehlen.

Sie spielen auf Oddset an, dessen Umsatz innerhalb der letzten zehn Jahre von 500 auf etwa 180 Millionen Euro gesunken ist?

Herrmann: Ja, das ist ein Beispiel für den deutlichen Rückgang. Dazu muss man schauen, wie stark die Spielsuchtgefahr hier ist.

Im Vergleich etwa zu Spielhallen?

Herrmann: Fachleute sagen, dass die Spielsucht bei Spielautomaten viel höher ist als bei Lotto und Toto. Die Zahl der Spielautomaten hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Deshalb müssen wir den gesamten Bereich des Glücksspiels analysieren und sehen, wo die Trends liegen.

Interview: Niko Steeb

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