Als ob Temperaturen von minus 15 Grad nicht schon ausreichten. Durch den "Wind-Chill-Effekt" kommt es einem noch wesentlich kälter vor.

Es ist kalt, unheimlich kalt. Das Winterhoch "Dieter" trägt weiter eisigen Ostwind nach Deutschland. "Aufgrund dieses Windes fühlen sich die Temperaturen nochmal um zehn bis 15 Grad weniger an", sagt Landkreis-Meteorologe Klaus Hager vom Lechfeld.
Der Experte spricht vom "Wind-Chill-Effekt". Der Wind raube dabei dem Körper sämtliche Wärme. Zeigt das Thermometer wie am heutigen Donnerstag bis zu minus 15 Grad Celsius an, kommt es einem bei entsprechenden Windgeschwindigkeiten wie minus 30 Grad vor.
"Man sollte sich draußen keinesfalls unbedeckt aufhalten, wenn einem der Eiswind ins Gesicht bläst", warnt Hager. Rekordverdächtig ist die gefühlte Temperatur auf dem Brocken im Harz. Hier liegt das Kälteempfinden bei fast schon arktischen minus 45 Grad. In den kommenden Nächten sollen die Temperaturen auch im Flachland auf minus 25 Grad fallen - ohne "Wind-Chill-Effekt" wohlgemerkt.
Inzwischen hat die Kälte auch in Deutschland das erste Todesopfer gefordert. Am Mittwoch starb eine ältere Frau beim Eisbaden in der Altmark bei Stendal (Sachsen-Anhalt). In der Ukraine starben bei Temperaturen bis minus 30 Grad bereits über 40 Menschen, in Polen 20. Am Sonntag erwarten die Meteorologen dann etwas mildere Luft aus westlicher Richtung. Doch kalt bleibt es trotzdem - nicht nur gefühlt. Der eisige "Wind-Chill-Effekt" tut allerdings sein Übriges.
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