Anstelle der Pizza hat ein 22-jähriger Mann in Kaufbeuren eine Katze in den heißen Backofen geschoben.
Von Michael Munkler, Kaufbeuren
Unvorstellbare Qualen hat der eineinhalbjährige weiße Kater Xaver aus Kaufbeuren-Neugablonz über sich ergehen lassen müssen: Ein 22 Jahre alter arbeitsloser Mann hatte ihn nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen in einen Backofen gesteckt und diesen auf 250 Grad eingestellt.
Das Tier überlebte, zog sich aber heftige Verbrennungen zu. Der Mann müsse nun mit einer Anzeige wegen Tierquälerei rechnen, so Polizeipräsidiums-Sprecher Christian Owsinski.
"Es war alles so schrecklich. Zum Glück geht es Xaver jetzt wieder besser", schilderte die 21-jährige Katzenbesitzerin am Montag. Laut Polizei lebt sie in einer Wohngemeinschaft mit einem 39-jährigen Mann zusammen. Dieser hatte vor einigen Tagen Besuch von dem 22-Jährigen. Dieser soll Kater Xaver in den Backofen gesperrt haben, während der 39-Jährige für etwa zehn Minuten die Wohnung verlassen hatte.
Nachdem der Mitbewohner der Katzenbesitzerin zurückgekehrt war, befreite er den Kater aus dem Backofen. Mit schweren Verbrennungen an den Pfoten flüchtete das verängstigte Tier. Der Thermostat-Schaltknopf des Ofens war auf 250 Grad eingestellt. Der Backofen hatte aber offenbar noch nicht die Höchsttemperatur erreicht.
Jetzt droht eine Geldstrafe
Der dringend tatverdächtige Mann ist bei der Polizei kein Unbekannter. Gegen ihn sei bereits wegen Körperverletzungsdelikten ermittelt worden, so Polizeisprecher Owsinski.
Nach seinen Angaben wurden in den vergangenen Jahren allein im Amtsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West jeweils 70 bis 90 Vergehen gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Laut Strafgesetzbuch kann gegen Tierquäler eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verhängt werden. Zumeist bleibt es aber bei einer Geldstrafe.
Wissenschaftler haben sich wiederholt mit der Frage beschäftigt, ob Tierquäler eher bereit sind, auch Gewalt gegen Menschen anzuwenden. "Wer in seiner Jugend Tiere quält, hat ein stark erhöhtes Risiko, später diese Art von Gewalt auch an Menschen auszuüben", so Sozialpsychologin Alexandra Stupperich von der Universität Regensburg.
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