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26. September 2007 18:55 Uhr

Caritas-Projekt

Kinderhandel: Wie man Opfer erkennt

Eine Schlepperorganisation bringt das Mädchen von Rumänien über Österreich nach Deutschland. Einen Monat lang wird es in München als Prostituierte vermittelt. Die Polizei stößt zufällig während Ermittlungen in einem anderen Fall auf das Mädchen. Es ist 15 Jahre alt. Von Veronika Harzmann,

"Fälle wie dieser sind typisch", sagte Peter Breitner vom Polizeipräsidium München gestern auf einer Fachtagung in München. Polizei, Justiz und Hilfsorganisationen wüssten, dass es in Deutschland Kinderhandel gebe, so die Referentin für EU-Sozialpolitik Landes-Caritasverband Bayern, Ulrike Achmann. Genaue Kenntnisse über Ausmaß und Mechanismen gebe es derzeit jedoch nicht. Die Fälle zu entdecken, sei entsprechend schwierig. Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Italien, Rumänien und Bulgarien will die Caritas innerhalb eines von der EU geförderten Projekts Methoden entwickeln, um Opfer von Kinderhandel identifizieren und unterstützen zu können. Die Instrumente sollen Polizei, Justiz und Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt werden.

Ergebnissen zufolge kommen die Kinder vor allem aus Osteuropa. Immer häufiger sind auch Afrikaner, Asiaten und Lateinamerikaner darunter. Sie stammen aus sozial schwachen Familien. Manche Kinder werden entführt, andere von ihren Familien an Schlepper verkauft. Oft haben sie einen legalen Pass und geben an der Grenze an, Verwandte zu besuchen. In Deutschland angekommen, werden ihnen die Ausweise abgenommen, man macht sie finanziell abhängig, droht ihnen mit Gewalt. Die Mädchen werden vor allem zur Prostitution gezwungen, die Jungen zu Diebstählen und zum Drogenhandel. Fälle von gezwungener Bettelei und illegaler Adoption sind auch darunter.

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