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Bauprojekt am Heiligen Berg: Kloster Andechs: Streit um Hundertwasser-Turm

Bauprojekt am Heiligen Berg

Kloster Andechs: Streit um Hundertwasser-Turm

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    Andechs: Streit um Hundertwasser-Turm.
    Andechs: Streit um Hundertwasser-Turm. Foto: Bildmontage

    Ärger am Fuße des Heiligen Berges: Seit zwei Jahren plant die Andechser Öko-Molkerei Seitz auf ihrem Betriebsgelände nahe des Klosters den Bau eines Verwaltungsgebäudes. Im Innenbereich soll ein 28 Meter hoher Turm im bunt-verspielten Stile eines Friedensreich Hundertwassers entstehen. Und genau daran scheiden sich die Gemüter.

    Besonders Kreisheimatpfleger Gerhard Schober geht das geplante Objekt gewaltig gegen den Strich - er betrachtet es als störenden Eingriff in die Landschaft rund um das Kloster Andechs: "Der Turm ist nicht nur knallbunt und sehr hoch. Er soll auch noch einen Durchmesser von zwölf Metern haben. Das ist ein Bunker!"

    Ein Bunker, der die Blicke der vielen Spaziergänger in der von Hügeln umgebenen Talzone magisch anziehen werde - und damit die Landschaft dominiere. Daran stört sich der Kreisheimatpfleger: "Man sieht den Turm von jedem Hügel und auch vom Kloster Andechs aus", empört sich Schober. "Der Turm ist ein Werbegag und absolut nicht notwendig."

    Barbara Scheitz versteht nicht, warum sich jemand an dem Rundbau stören sollte - ganz im Gegenteil. Für die Molkereichefin ist das ökologische Hügelhaus eine Fortsetzung der besonderen Landschaft: "Gerade weil wir einen Baustil finden wollten, der in die Region passt, haben wir uns für ein Hügelhaus im Stile Hundertwassers entschieden."

    Seitz ist sich sicher: "Dieses Bauwerk ist gelebte Ökologie. Es passt sich homogen der Landschaft an und ist alles andere als knallbunt." Dass der Turm durch seine Größe den Ausblick der Spaziergänger stört, findet die Molkereischefin nicht: "Das Objekt ist nicht höher als unsere Milchtanks."

    In dem Rundbau sollen später neben der Molkereiverwaltung auch eine Schaukäserei und ein Café unterkommen. Besucher und Kunden der Biomolkerei sollen von dem Turm in die Molkerei sehen können. Zudem bekommt das Objekt ein Grasdach, das mit heimischen Sträuchern bepflanzt wird, so Scheitz.

    Für Gerhard Schober ist das wenig tröstlich. Der Kreisheimatpfleger hat seine Bedenken deshalb auch in einem Brief an den Gemeinderat geäußert.

    Im Dezember vergangenen Jahres hatte der zwar das Hügelgebäude in seiner ursprünglich geplanten Form abgelehnt - nicht aber den Bau des umstrittenen Turms. Für Schober definitiv eine falsche Entscheidung.

    Übrigens: Solch ein Hundertwasser-Turm hatte auch im niederbayerischen Abensberg jahrelang für Aufregung gesorgt. Dort sind nun aber alle Zweifel beseitigt - und am kommenden Donnerstag kann Bauherr Leonhard Sallek seinen Märchenturm auf dem Gelände der Kuchlbaur-Brauerei eröffnen.

    Wie es in Andechs weitergeht, das wird der Gemeinderat Ende Januar entscheiden. "Dann sollen auch alle offenen Fragen geklärt werden", sagt Barbara Scheitz. Ihr Wunsch ist es, mit dem Gesamtbauwerk Freude unter die Menschen zu bringen.

    Dass der spektakuläre Turm jedoch Gerhard Schober Freude bringen wird, ist eher unwahrscheinlich: "Wenn das Objekt gebaut wird, gehe ich nicht mehr spazieren, das tu ich mit nicht an." Flora Anna Grass

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