München (ddp-bay). Nach mehreren Fällen von Gewaltvideos auf Mobiltelefonen von Schülern denkt Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) über ein generelles Handy-Verbot an Schulen nach. Schneider sagte am Dienstag dem Hörfunksender Antenne Bayern, sein Ministerium prüfe, welche Verordnungen oder Gesetzesänderungen für ein Handy-Verbot notwendig seien. «Ich will nicht voreilig reagieren, aber wir sollten ein Thema nicht zum Tabu erklären», betonte der Kultusminister.

Nachdem die Polizei vor kurzem unter anderem an einer Schule in Immenstadt im Allgäu rund 200 Handys mit verbotenen Inhalten beschlagnahmt hatte, rechnet der Minister mit weiteren Fällen. Er wisse nicht, ob dies nur die «Spitze des Eisbergs» sei, sagte der Kultusminister.
Ähnlich äußerte sich die bayerische Sozialministerin Christa Stewens (CSU). Auch sie kann sich ein Handy-Verbot vorstellen. Die Gewaltvideos gefährdeten Jugendliche in ihrer psychischen Entwicklung, warnte Stewens. Als erste Vorsichtsmaßnahme schlug die Ministerin vor, dass Eltern ihren Kindern Handys ohne Foto- und Videofunktion kaufen sollten.
Zugleich appellierte Stewens an die Eltern, genauer hinzusehen, was ihre Kinder sich auf das Handy geladen hätten. «Es erschreckt mich immer, dass 60 Prozent der Väter und 30 Prozent der Mütter nicht wissen, mit was sich ihre Kinder beschäftigen», sagte Stewens.
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