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Verdächtige Männer: Kunden geben Terror-Alarm in Ulmer Möbelhaus

Verdächtige Männer

Kunden geben Terror-Alarm in Ulmer Möbelhaus

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    In einem Ulmer Möbelhaus herrschte Alarm. Besucher glaubten Terrorverdächtige gesehen zu haben.
    In einem Ulmer Möbelhaus herrschte Alarm. Besucher glaubten Terrorverdächtige gesehen zu haben.

    Ulm/Neu-Ulm. Die Terrorfahnder im Raum Ulm und Neu-Ulm sind hoch sensibilisiert, wenn das Wort von Gotteskriegern und Selbstmordattentätern fällt. "In dieser Gegend hier muss man mit allem rechnen", sagt ein Fahnder gestern nach einem Einsatz, der sich hochbrisant angehört hat.

    Kunden melden gegen 10.15 Uhr, dass sie im Ikea-Möbelhaus die zwei mutmaßlichen Gotteskrieger Eric Breininger (21) und Houssain Al Malla (23) gesehen haben, nach denen gefahndet wird.

    Die Polizei löst Großalarm aus, bewegt sich aber in Nähe des Möbelhauses unauffällig zunächst mit zivilen Fahrzeugen. "Wir mussten mit dem Schlimmsten rechnen", sagte ein am Einsatz beteiligter Beamter. Der aus dem Saarland stammende Breininger hatte mit einem der drei 2007 verhafteten Männer der "Sauerland Zelle" zusammengewohnt und hatte sich dann nach Erkenntnissen der Ermittler ins Ausland abgesetzt.

    Jetzt ist er offenbar aus dem pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet nach Deutschland zurückgekehrt. In einem Internet-Video hatte er mit einem Selbstmordanschlag gedroht und zum "Heiligen Krieg" aufgerufen. Möglicherweise ist er in Begleitung des gebürtigen Libanesen Houssain Al Malla. Nach beiden wird seit dem Frühjahr mit Haftbefehl gesucht.

    Der Alarm bei Ikea in Ulm entpuppte sich glücklicherweise als unbegründet: Die Polizei überprüft die beiden verdächtigen Männer, die sich sehr schnell als vollkommen harmlos herausstellen. Von den Besuchern haben die wenigsten etwas mitbekommen von dem Einsatz.

    Wenn die Polizei bei einem solchen Verdacht hochsensibel reagiert, hat das gute Gründe: Seit Jahren ist Neu-Ulm Anlaufstelle für islamistische Fanatiker, die von den Sicherheitsbehörden als sehr gefährlich eingestuft werden.

    Nach Erkenntnissen von Geheimdiensten sollen von Neu-Ulm aus Fäden im internationalen Terrornetzwerk gezogen worden sein. Von der Doppelstadt aus sind schon Gotteskrieger in den "Heiligen Krieg" gezogen, mindestens drei kamen dabei ums Leben. Zuletzt wurde der aus Ulm stammenden Fritz G. als mutmaßlicher Kopf der "Sauerland Zelle" verhaftet.

    Wenige Monate war nun Ruhe in Ulm und Neu-Ulm. Mit dem gestrigen Einsatz ist die Angst vor der Bedrohung zurückgekehrt, auch wenn es nur ein Fehlalarm war.

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