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24. Februar 2010 19:33 Uhr

Gerichtsprozess in Augsburg

Max Strauß wendet sich von Schreiber ab

Im Schreiber-Prozess hat der Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsident Franz Josef Strauß ausgesagt. Max Strauß begann sofort munter zu plaudern. Von Holger Sabinsky

Karlheinz Schreiber und Max Strauß.
Foto: dpa

Der übermächtige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß gab einst seinen Erstgeborenen unter die Fittiche des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber und sagte, sein Sohn sei "ein Rohdiamant, der nur noch etwas geschliffen werden" müsse. Schreiber sollte Max Strauß aufs internationale Parkett führen.

Stattdessen führte der Geschäftemacher den Politikersohn beinahe ins Verderben. Kein Wunder also, dass die dicken Freunde von früher sich heute nichts mehr zu sagen haben. Am Mittwoch tritt Max Strauß (50) als Zeuge im Prozess gegen seinen "Ziehvater" auf. Als Schreiber in den Gerichtssaal gebracht wird, zeigt ihm der Politikersohn buchstäblich die kalte, breite Schulter. Strauß wendet sich ab und würdigt den Angeklagten keines Blickes.

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Max Strauß hat keinen Anwalt als Zeugenbeistand mitgebracht, so sicher fühlt er sich inzwischen im Gerichtssaal 101 des Augsburger Landgerichts. Das war schon anders. Zweimal hatte er sich hier wegen Steuerhinterziehung verantworten müssen. 2004 wurde er zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. 2007 wurde er freigesprochen, nachdem der Bundesgerichtshof das erste Urteil aufgehoben hatte.

Die Vorwürfe damals gründeten auf den vielfältigen Geschäften des Karlheinz Schreiber. Der ist nun angeklagt, rund 64 Millionen Mark Schmiergelder und Provisionen am deutschen Fiskus vorbei auf Schweizer Konten gebunkert und somit rund 22 Millionen Mark an Steuern hinterzogen zu haben. Eines der Tarnkonten trug die Bezeichnung "Maxwell". Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass zunächst Franz Josef Strauß und nach dessen Tod sein Sohn Max Nutznießer dieses Kontos war. Es gab aber keinen Beleg, dass Max Strauß auch nur einen Pfennig von dem Geld erhalten hat. Als Zeuge kann Strauß nichts Wesentliches beitragen. Im Kern behauptet er, er habe von Schreibers Schmiergeldzahlungen über das Tarnkontensystem und die Scheinfirmen nichts gewusst.

Verteidiger verdächtigen Pfahls der Falschaussage

Wirbel gibt es um die Herkunft einer brisanten Bankunterlage aus Liechtenstein. Es handelt sich um eine Selbstauskunft für das Folgekonto "MaxCo" des Schweizer Kontos "Maxwell". Als Inhaberin wird darin Schreibers Frau Barbara ausgewiesen, ihr Mann Karlheinz als Bevollmächtigter. Das Dokument habe er von einem Ex-Wirtschaftsprüfer erhalten, als er auf der Suche nach entlastendem Material für seinen Bruder war, erklärt Franz Georg Strauß. Zunächst hatte er die Herkunft des Dokuments nicht preisgeben wollen.

Schreibers Verteidiger Jens Bosbach schießt derweil scharf gegen den früheren Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls. Dessen Zeugenaussage vom vergangenen Montag hält der Anwalt für unglaubwürdig: "Wir behalten uns daher eine Anzeige wegen des Verdachts der Falschaussage vor." Holger Sabinsky

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