Laut Bayerns Kultusminister LudwigSpaenle (CSU) sind "Qualität und Gerechtigkeit" die beiden Schlüsselbegriffe, um diesich Bildungspolitik drehen muss.

München (AZ) - Qualität und Gerechtigkeit sind die beiden Schlüsselbegriffe, um die sich Bildungspolitik drehen muss, so Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle gestern bei seiner Grundsatzrede. Alle jungen Menschen benötigten eine hervorragende Bildung, um den Herausforderungen der globalisierten Welt gerecht werden zu können. Unabhängig von ihrer kulturellen und sozialen Herkunft müssten alle Talente entdeckt und gefördert werden.
"Unsere Antwort auf den gesellschaftlichen Wandel muss der Ausbau der Ganztagsschulen, eine stärkere individuelle Förderung der Kinder und die Vermittlung von Werten sein", konkretisiert der Minister seine Schwerpunkte. An allen Schularten will der Minister die Ganztagsangebote bedarfsgerecht ausbauen, um gezielt Chancengerechtigkeit und Integration zu verbessern. Zeitlich genießen Haupt-, Förder- und Grundschulen bei der Einführung der Ganztagsklassen Vorrang, dann folgen Realschulen und Gymnasien.
Der Kultusminister will am 11. Februar einen "Bildungsgipfel" veranstalten und dabei den Kommunen ein Angebot machen: Der Staat übernimmt künftig die Trägerschaft für die offene und gebundene Ganztagsschule. Die Kommunen werden sich künftig nach dem Konzept des Kultusministers mit einer Kostenpauschale an den Ganztagsschulen beteiligen.
Das differenzierte Schulwesen, das neben dem Gymnasium 15 weitere Wege zur Hochschulreife vorsieht, will der Minister durch ein geändertes Übertrittsverfahren von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen deutlich durchlässiger gestalten. "Der Staat ist dazu verpflichtet, Eltern und Kinder in der sensiblen Phase der Entscheidung über die weitere Schullaufbahn intensiv zu begleiten - als eine Art Schulweghelfer", erklärt der Minister sein Vorhaben, den Moment des Übertritts durch eine zweijährige Übergangsphase zu ersetzen und dabei dem Elternwillen mehr Gewicht zu verleihen.
"Ich werde darüber hinaus Dialogforen einrichten, um vor Ort das Bildungsangebot zukunftsfähig zu machen", kündigte Kultusminister Spaenle die Einführung von runden Tischen an. Ein reichhaltiges, wohnortnahes schulisches Angebot ist das Ziel. Hier sollen alle am Bildungsprozess beteiligten Kräfte diskutieren, wie in der jeweiligen Region Qualität und Gerechtigkeit durch ein differenziertes Schulangebot für alle Kinder bestmöglich verwirklicht wird", so der Minister.
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