Ein ehemaliger Jugendtrainer aus München will ein Geständnis ablegen. Der Mann steht im Verdacht, zwei Jungen sexuell missbraucht zu haben.
Im Prozess gegen einen wegen sexuellen Missbrauchs zweier Jungen angeklagten Industriekaufmann und ehemaligen Jugendfußballtrainer aus München ist es zu einer Verständigung der Verfahrensbeteiligten gekommen.
Richter, Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Nebenklagevertreter einigten sich am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht darauf, dass die Haftstrafe im Falle eines Geständnisses bei höchstens siebeneinhalb Jahren liegt. Der Anwalt des Angeklagten kündigte daraufhin ein umfassendes Geständnis an. Gleichzeitig wurde die Anklage auf einen Missbrauchsfall beschränkt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 32 Jahre alten Mann vor, sein Opfer, einen heute 13-jährigen Buben, zwischen 2007 und 2009 regelmäßig missbraucht zu haben. Elf der Übergriffe in diesem Zeitraum sind durch Video- und Fotomaterial dokumentiert, das der mutmaßliche Täter selbst anfertigte. Zudem fanden die Ermittler bei dem Mann eine Vielzahl anonymer digitaler kinderpornografischer Bilder und Videos.
Die Mutter des Jungen vertraute ihn dem Angeklagten, mit dem sie befreundet war, zur Beaufsichtigung an. Außerdem spielte das Kind vorübergehend in einer von dem Angeklagten trainierten Jugendfußballmannschaft. «Ich habe ihm total vertraut», sagte die Frau am Rande des Prozesses. Ihr Sohn befinde sich derzeit wegen der Vorfälle in psychologischer Behandlung. «Er ist psychisch total am Ende», erklärte sie.
Laut Anklageschrift versuchte der Beschuldigte noch aus der Untersuchungshaft in München, den misshandelten Jungen per SMS dazu zu bringen, ein Kuvert mit einer Videokamera und Mitschnitten der Übergriffe aus seinem Wohnhaus zu entwenden und an sich zu nehmen.
Nach Angaben des Verteidigers wurden die Ermittler auf den Mann aufmerksam, weil er Rezepte aus Arztpraxen entwendet und sie selbst ausgefüllt haben soll, um sich so Medikamente zum Eigenkonsum und Weiterverkauf zu besorgen. Bei den Ermittlungen stieß die Polizei auf dem Computer des Mannes auf die Kinderpornos. (ddp-bay)
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