Eine 45-jährige Frau fährt stark betrunken von Berlin nach Kötzting und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Ihre einzige Sorge gilt dem frierenden Hamster. Von Sven Daam



Eine Schneise der Verwüstung hinterließ eine betrunkene 45-jährige Altenpflegerin am Dienstag mit ihrem VW Golf. Sie machte eine 600 Kilometer lange Reise quer durch Deutschland - von ihrem Wohnort in Berlin bis in die Oberpfalz. Ihren VW Golf packte sie komplett mit ihrem Hausstand einschließlich Hamster voll, da sie sich "in der Oberpfalz beruflich neu orientieren wollte", wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.
Bereits nach kurzer Fahrt legte sie südlich von Berlin eine Pause bei einer Autobahnraststätte ein und genehmigte sich eine ganze Flasche Wein. Doch damit nicht genug: Auf ihrem weiteren Weg trank sie neben dem Autofahren immer weiter Schnaps.
Nach mehrstündiger Fahrt gelangte sie gegen 21.30 Uhr nach Bad Kötzting. Hier rammte sie im Stadtgebiet an einem Fußgängerüberweg sechs eiserne Straßenpfeiler, verlor auf der Weiterfahrt die Frontverkleidung ihres beschädigten Pkw und streifte dann die Hauswand eines Modehauses.
Obwohl inzwischen die Frontbeleuchtung ausgefallen war, fuhr die Altenpflegerin einfach weiter. In Grafenweiser verfehlte sie dann den Bahnübergang und fuhr einige Meter daneben über die Schienen und rammte ein Andreaskreuz und eine Leitplanke.
Doch die Frau gab nicht auf. Mit dem schwer beschädigten Fahrzeug fuhr sie auf den Felgen noch über einen Kilometer weiter und geriet gegen eine Böschung. Dort wurde sie von der Polizei festgenommen. Der erste Alkoholtest zeigte 2,34 Promille - der Führerschein der Fahrerin wurde umgehend konfisziert.
Die größte Sorge der Frau galt allerdings ihrem Hamster. Sie hatte Angst, dass das Tier bei den eisigen Temperaturen im kaputten Auto erfrieren könnte. Die Polizeibeamten brachten Frau samt Hamster in ein warmes Hotelzimmer, so dass niemand erfrieren musste.
Die gesamte Schadenshöhe ist noch unklar. Am Auto entstand jedenfalls ein Totalschaden.
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