Ein Iraker aus Augsburg hat auf seine Freundin eingestochen.
Nürnberg/Augsburg (ddp) - Ein 33 Jahre alter Iraker hat vor dem Nürnberger Landgericht zugegeben, auf offener Straße auf seine Lebensgefährtin eingestochen zu haben.
Der Angeklagte betonte aber, er habe seine frühere Partnerin nur einschüchtern wollen. Laut Anklage hat er die ebenfalls aus dem Irak stammende Frau, mit der er nach muslimischem Recht verheiratet war, mit 18 Stichen in Bauch und Rücken lebensgefährlich verletzt. Das Paar hatte längere Zeit in Augsburg gelebt.
Der Angeklagte bestritt, nach der Tat bei der Polizei als Motiv angegeben zu haben, es sei "eine Sache der Ehre" gewesen und er habe sie verletzen wollen, um ihr zu zeigen, dass sie noch einen Mann habe.
Opfer hat heute noch Alpträume
Das Opfer berichtete, der Angeklagte habe sie auf dem Heimweg in Nürnberg von hinten gepackt und am Hals festgehalten. An einem Gespräch habe er überhaupt kein Interesse gehabt.
Sie habe Schläge gespürt und zunächst gedacht, er schlage ihr mit der Faust auf den Rücken. Erst als er ihr die Klinge eines Messers in den Bauch gestoßen habe, habe sie die Gefahr erkannt. Noch heute habe sie Alpträume und Angst, auf die Straße zu gehen.
Die beiden hatten sich im Jahr 2000 auf Betreiben der Familien in Jordanien kennen gelernt. In München wurde später nach muslimischem Recht ein Heiratsvertrag geschlossen. Die Frau trennte sich schon 2004 von dem Angeklagten, weil er sie schlug und betrog. Die Trennung habe der Mann jedoch nicht akzeptiert. Er drohte, sie und einen ihrer Brüder zu ermorden. Daraufhin flüchtete sie im Sommer 2004 in ein Mutter-Kind-Heim in Nürnberg. 2007 fand der Angeklagte dann heraus, wo sie wohnte, und stellte ihr mehrfach nach.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: