Peter K. ist außer sich. Seine Wut über eine neue Studie lässt er in einem Internet-Forum ab. Kernaussage der Untersuchung des Mietmarktes München durch einen Immobiliendienstleister ist: Singles treiben die Mietpreise in der ohnehin teuren Landeshauptstadt immer weiter nach oben.
" die Singles sind schuld - witzig (*+*) wer wohnt in den beliebten Wohngebieten (Altbauten) ? DOPPELVERDIENER (!) (Haushaltseinkommen ca. 5000- 7000¤ p.m)....plus entsprechenden Kindergeld/Elterngeld, u.s.w. ...das bezahlen alles die Singles !", schreibt Peter K in dem Internet-Forum. Wie viele andere auch, kann er nicht verstehen, was der Immobilien-Spezialist Jones Lang LaSalle herausgefunden haben will.
Stefan Mergen, Leiter Residential Valuation Advisory Jones Lang LaSalle Deutschland, wird in der Abendzeitung zitiert: "In vier der acht untersuchten Städte liegt der Anteil der Einpersonen-Haushalte bereits über der 50 Prozent-Marke." Und in den teuersten Lagen Münchens lebten schon jetzt rund 56 Prozent der Bewohner allein. "Die Singles prägen mittlerweile nahezu das gesamte Stadtgebiet", stellt die Studie fest.
Im Schnitt müssen in München derzeit 12,30 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden. In Vierteln wie der Maxvorstadt oder Neuhausen-Nymphenburg, so zitiert die Abendzeitung aus der Untersuchung, müssen Wohnungssuchende mit Preisen von bis zu 16,35 Euro rechnen.
Können sich solche Preise ausgerechnet Alleinverdiener leisten? Nein, meint auch "Ich Bin Schuld". Der User schreibt mit Bezug auf die Ergebnisse: "Jaja, nun sind es die Singles, die an der momentanen Mietsituation Schuld sind. (...) wenn man selbst für unrenovierte, sanierungsbedürfte LÖCHER in einem halbseidenen Unterweltviertel 700 Euro kalt zahlen soll, wie soll sich ein normalverdienender Single das leisten können? Hm? Wie denn?"
Nadira gibt jedoch in Anbetracht der steigenden Zahl der Singles - nicht nur in München - zu bedenken: "Ist doch logisch - Singles wohnen alleine, so dass in eine Wohnung, wo sonst auch zwei und mehr Leute wohnen könnten, nur einer einzieht - damit werden viel mehr Wohnungen gebraucht, die Nachfrage übersteigt das Angebot und die Preise werden in die Höhe getrieben."
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