Rauchverbot-Vorkämpfer Sebastian Frankenberger (ÖDP) will sich beim ZDF beschweren. Und er verklagt Moderator Wolfgang Herles wegen einer Äußerung.

Der ÖDP-Bundesvorsitzende Sebastian Frankenberger will eine Beschwerde beim Fernsehrat des ZDF einreichen. Und er verklagt einen Moderator des Senders: Wolfang Herles. Herles war Frankenberger, der bekannt wurde als Initiator des bayerischen Volksentscheids zum Nichtraucherschutz, zuvor verbal hart angegangen.
Während einer Ausgabe der Fernsehshow Unter den Linden, die am 19. März auf Phoenix ausgestrahlt wurde, hatte Herles den 30-jährigen ÖDP-Chef Frankenberger in eindeutiger Anspielung einen "wildgewordenen Jungfaschisten" genannt. Gemeint hatte Herles damit auch Frankenbergers Engagement beim Rauchverbot. Für Frankenberger ist das Grund genug, nicht nur den Moderator zu verklagen, sondern sich auch beim ZDF zu beschweren. Es wäre nicht das erste Mal.
Nach der Beleidigung in der TV-Sendung herrschte erst einmal Funkstille zwischen den beiden Parteien. Dann schrieb Sebastian Frankenberger einen Brief: "Ich kann einfach nicht verstehen, wie Sie ein solches direkt demokratisches Verfahren als Faschismus bezeichnen können", so Frankenberger in dem Brief. "Ich darf davon ausgehen, dass Sie sehr wohl wissen, was der Begriff Faschismus bedeutet."
Frankenberger hatte Herles eine Frist eingeräumt, bis zu der er sich entschuldigen sollte. Doch der Moderator tat etwas anderes: Er schrieb ebenfalls einen Brief. Und statt einen Rückzieher zu machen, erklärte er seinem Opponenten Frankenberger aufs Genaueste, warum der Begriff "Faschist" keine Beleidigung sei. Er werde schließlich im allgemeinen Sprachgebrauch ständig benutzt - etwa für Redewendungen wie Ökofaschismus.
Für Frankenberger war das genug. Er drohte fortan mit einer Klage. Zunächst beeindruckte dies den ZDF-Moderator offenbar wenig. Dann zog er es aber doch vor, sich zu einer Unterlassung bereit zu erklären. Ein für Mittwoch geplanter Gerichtstermin am Passauer Landgericht wurde kurzfristig abgesagt. Ein Wiedersehen vor Gericht wird es zwischen Frankenberger und Herles aber dennoch geben. Denn Frankenberger lässt nicht locker - er will klagen. "Der Brief, den er mir geschickt hat, der war einfach zu dreist", sagt Frankenberger gegenüber Augsburger Allgemeine Online. "Er legt mir Sachen in den Mund, die ich nie gesagt habe." Daraus will Frankenberger die Konsequenzen ziehen: "Ich verklage ihn wegen Beleidigung und Verleumdung."
Was Frankenberger einfach nicht verstehen will, ist die Wortwahl, die Herler benutzt hat. "Der Mann ist Kulturredakteur bei ZDF. Wie kann er so mit den Begriffen Faschismus und auch Toleranz umgehen?", fragt er sich gegenüber Augsburger Allgemeine Online.
Weil Frankenberger auch das Verhalten des ZDF in dieser Sache missbilligt, will er sich in der kommenden Woche beim Fernsehrat des TV-Senders beschweren. "Ich möchte zu diesem Vorfall eine Stellungnahme", erklärt der ÖDP-Politiker.
Auslöser für die Äußerung des ZDF-Moderators war seine Einschätzung zum Thema Wutbürger. Herles sagte darauf: "Ich kenne Wutbürger, die mir absolut nicht behagen - nehmen wir diesen wildgewordenen Jungfaschisten, grün angestrichen, der in Bayern ein radikales Rauchverbot per Volksbefragung durchgesetzt hat."
Der Moderator Wolfgang Herles reagiert Medienberichten zufolge bisher gelassen auf die ihm drohende Klage. "Vor den weiteren Schritten des Herrn Frankenberger werde ich nicht erzittern", sagte er der Süddeutschen Zeitung.
Wenn Frankenberger sich kommende Woche an den ZDF-Fernsehrat wendet, dann ist es nicht das erste Mal, dass das Gremium eine Beschwerde von ihm erhält. Ende März hatte er sich bereits zu Wort gemeldet. Mit seinem Paradethema - dem Rauchverbot. Er bemängelte, dass es in einer Sendung des Spartensenders ZDFneo üblich sei, dass geraucht werde.
Frankenberger findet: "Das ZDF handelt aus meiner Sicht verantwortungslos gegenüber den Mitarbeitern, den Gästen und den Studio-Zuschauern der Sendungen ,Stuckrad Late Night' und ,Roche und Böhmermann', weil im Fernsehstudio während der Sendung geraucht werden darf." Und weiter sagt er: "Ich habe keine Lust, diese Entwicklung mit meiner GEZ-Gebühr zu unterstützen und fordere ein entschlossenes Handeln des ZDF-Fernsehrats."
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