Samstag, 16. Dezember 2017

02. September 2009 09:44 Uhr

Kammergericht Berlin entscheidet

Neu-Ulmer Islamist darf Sohn "Dschihad" nennen

Der Kopf der Neu-Ulmer Islamisten-Szene, Reda Seyam, hat gerichtlich durchgesetzt seinen Sohn "Dschihad" nennen zu dürfen. Das wird häufig als "Heiliger Krieg" übersetzt. Das Gericht erklärte, warum es an diesem Namen trotzdem nichts auszusetzen gibt. Von Andrea Wenzel

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In der WDR-Sendung "Der Gotteskrieger und seine Frau" war Reda Seyamals Kameramann bei einer "Demonstration für den Frieden" zu sehen.Bild: Repro:WDR

Um die Vergabe von Vornamen gibt es immer wieder Diskussionen. Egal ob bei dem Pooth-Sprössling San Diego oder dem Bekcham-Sohn Brooklyn.

Jetzt macht Reda Seyam weitere Schlagzeilen. Er hat gerichtlich durchgesetzt, seinen Sohn "Dschihad" nennen zu dürfen. Das wird häufig als "Heiliger Krieg" übersetzt. Das Kammergericht Berlin hat das Urteil gefällt und begründet seine Entscheidung mit dem Hinweis, es handle sich um einen anerkannten arabischen Vornamen, der trotz seiner Verwendung im Zusammenhang mit bewaffneten Kämpfen gegen Ungläubige und als Mittel des Terrors nicht anstößig sei. Der Name stünde für die Verpflichtung des Muslim zu einem geistigen und gesellschaftlichen Einsatz für die Verbreitung des Glaubens. Weil Seyam den Rechtsstreit gewann, kommen für die Gerichtskosten nun die Steuerzahler auf.

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Seyam gilt als einer der gefährlichsten Aktivisten der Islamisten-Szene in Deutschland.

Seyam als Kopf der Neu-Ulmer Islamisten-Szene bekannt

Er stand im Verdacht für den Sprengstoffanschlag auf eine Diskothek in Bali verantwortlich sein und pflegt zudem Kontakte zur sogenannte Sauerlandgruppe. Auch in der Region ist der 49-Jährige kein Unbekannter. In Neu-Ulm soll er Stammgast im inzwischen wegen islamistischer Umtriebe geschlossenen Multikulturhaus gewesen sein und dort auch zum Heiligen Krieg aufgerufen haben.

Der Deutsch-Ägypter hatte sich in Neu-Ulm niedergelassen und dort zusammen mit seiner Frau und den Kindern von Sozialhilfe gelebt. Unbeobachtet blieb er dabei nicht. Deutsche und amerikanische Geheimdienste haben Seyam observiert, konnten jedoch nicht ausreichend Material für einen Prozess zusammentragen. Allerdings wurde der Fahndungsdruck auf den Islamisten so groß, dass er von Neu-Ulm über Machtolsheim nach Berlin umzog.

Anklage wegen Volksverhetzung

Nun droht dem Kopf der Neu-Ulmer Islamisten-Szene doch noch ein Prozess. Die Münchner Staatsanwaltschaft klagt ihn und sieben weitere Radikale wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung und Volksverhetzung an. Die Gruppe soll versucht haben, deutsche Konvertiten zu radikalisieren und für den Kampf gegen Christen zu fanatisieren.

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