Für einen groß angelegten Betrug mit Treppenliften für Senioren musste sich ein Unternehmerpaar vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten.
Nürnberg (dpa/lby) - Für einen groß angelegten Betrug mit Treppenliften für Senioren ist eine 27 Jahre alte Unternehmerin am Donnerstag zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.
Der Prozess gegen ihren Ehemann vor dem Landgericht Nürnberg- Fürth soll fortgesetzt werden. Der 31-Jährige wird zunächst psychiatrisch untersucht. Dem Paar wurde vorgeworfen, bundesweit Treppenlifte verkauft, aber nie geliefert zu haben. Den Kunden entstand dadurch ein Schaden von 564.000 Euro.
Zum Prozessauftakt am Donnerstag hatten die Angeklagten ein Geständnis abgelegt, sich anschließend aber gegenseitig belastet. Die beiden Firmeninhaber aus Wilhelmsdorf (Landkreis Fürth) hatten fast zwei Jahre lang Treppenlifte an ältere und hilfsbedürftige Menschen verkauft. Mit Beginn der Einbauarbeiten mussten die Kunden die Lifte komplett und in bar bezahlen, berichtete eine Ermittlerin vor Gericht. Allerdings wurden die Arbeiten nie fertiggestellt.
Das Geld gaben die beiden Angeklagten für private Dinge aus. So leisteten sie sich ein Gehalt von 20.000 Euro im Monat und fuhren einen Porsche als Firmenwagen. Auf Betriebsfesten in einem Travestielokal floss regelmäßig Champagner für 2000 Euro. Die Anklage warf dem Paar Betrug in 109 Fällen sowie Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit und vorsätzlichen Bankrott vor. Auch einen Auftrag über knapp 259.000 Euro für Fernsehwerbung bei der ARD bezahlten die beiden demnach nicht.
Ende August 2007 war das Paar festgenommen worden - in einem exklusiven Golf-Ressort in Ostbayern. Die Firma soll damals bereits seit mehr als einem Jahr zahlungsunfähig und überschuldet gewesen sein. Vor Gericht schoben sich die beiden gegenseitig die Schuld zu. Während die 27-Jährige behauptete, ihr Partner habe sie mit der Firma alleingelassen, obwohl sie damit überfordert gewesen sei, sagte der Ehemann, er sei psychisch krank und habe die Taten seiner Frau nicht durchschauen können. Beide sitzen seit einem Jahr in Untersuchungshaft.
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