Sonntag, 26. Mai 2013

08. November 2007 19:35 Uhr

Priesterkandidaten sind nicht immer firm im Glauben

Priesterkandidaten in Bayern haben oftmals keine ausreichenden Kenntnisse des katholischen Glaubens. Sie müssen deshalb künftig vor dem Studium der katholischen Theologie ein einjähriges sogenanntes Propädeutikum absolvieren - zur Vermittlung und Vertiefung des Basiswissens.

Nur der Priester fehlte
Foto: ALFA

Immer wieder mache man die Erfahrung, dass nicht alle Priesterkandidaten über das "theologische Basiswissen" verfügen, erläuterte Wetter in Freising den Beschluss der Bischofskonferenz. Die Professoren an den Universitäten klagten oft über mangelndes Wissen ihrer Studenten. Denn die Hochschullehrer wollten ja keinen Religionsunterricht geben, sondern theologische Vorlesungen halten. Auch Christian Hartl, Regens des Augsburger Priesterseminars, berichtet gegenüber unserer Zeitung von Seminarteilnehmern, die vor ihrem Studium "in der Pfarrei nicht so verwurzelt" waren und eine "größere Distanz zum Glauben" hätten als ihre Vorgänger noch vor ein paar Jahren.

"Für das Wirken der Kirche in der Welt und die Wahrnehmung ihres Sendungsauftrags ist eine gute Ausbildung der Priester eine wichtige Grundlage", betonte Wetter, der als Vorsitzender die Freisinger Bischofskonferenz leitet. Aber nicht alle Priesterkandidaten seien als Kind Ministrant gewesen und "in der Kirche voll zu Hause", manche stammten auch aus sehr kirchenfernen Familien. Mit dem Propädeutikum solle der Herkunft "aus unterschiedlichen Lebenssituationen" Rechnung getragen und die Qualität der Priesterausbildung gesichert werden. Es solle "den geistigen Wachstumsprozess der Priesteramtskandidaten" fördern und deren persönliche Entscheidungsfindung stärken.

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Das verpflichtende Propädeutikum soll für alle Diözesen im Freistaat ab dem Herbst 2008 an den beiden Standorten Bamberg und Passau angeboten werden. Dafür stehen die Räume der dortigen Priesterseminare zur Verfügung, weil im Zuge der Neuordnung der theologischen Fakultäten in Bayern an den Universitäten dieser beiden Städte kein Studium der katholischen Theologie mehr begonnen werden kann. Mit einem solchen Propädeutikum habe man in den Bistümern Freiburg, Trier und Münster bereits gute Erfahrungen gemacht, hieß es. Geklärt werden soll noch, wie eine Verlängerung der Priesterausbildung durch das Propädeutikum vermieden werden kann.

In diesem Propädeutikum sollen die zukünftigen Priester laut Regens Hartl den "täglichen Glauben einüben" und sich gemeinsam eine "Zusammenfassung des Glaubens" erarbeiten. Dazu sollen sie gemeinsam beten, Gespräche über die Bibel führen und Krankenhäuser oder soziale Einrichtungen besuchen.

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