Sonntag, 19. November 2017

22. Februar 2016 13:51 Uhr

Obergünzburg

Rechte Demo im Allgäu: Bürgermeister ist wütend und traurig

Am Wochenende marschierten 150 Rechte und Asylgegner in Obergünzburg auf - viele mit Fackeln, einige mit Hitlergruß. Bürgermeister Lars Leverinhaus ist traurig und wütend.

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Rund 150 Asyl-Kritiker und Mitglieder der rechten Szene haben sich am Samstag in Obergünzburg zu einer Kundgebung versammelt. Gleichzeitig gab es eine Gegendemonstration.
Foto: Heidi Sanz

Bei einer Pressekonferenz hat sich jetzt der Obergünzburger Bürgermeister Lars Leveringhaus zur rechtsgerichteten Demonstration auf dem Marktplatz der Gemeinde am Samstagabend geäußert. Auch zwei Tage nach der unangemeldeten Kundgebung von 150 Asylgegnern und Mitgliedern der rechten Szene zeigte sich Leveringhaus betroffen.

Bürgermeister Lars Leveringhaus spricht von einer "schweren Stunde"

Er sprach von einer "schweren Stunde" für den Markt Obergünzburg. Er empfinde "tiefe Traurigkeit, Wut und Zorn" darüber, dass diese Versammlung in Obergünzburg stattgefunden habe.

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Rund 150 Asyl-Kritiker und Mitglieder der rechten Szene hatten sich in der Gemeinde im Ostallgäu zu einer Kundgebung versammelt. Bereits seit Anfang Februar war in sozialen Netzwerken – beispielsweise in den offenbar NPD-nahen „STOPP“-Gruppen – der Aufruf zu einer sogenannten ALLGIDA-Versammlung (Allgäuer gegen Islamisierung des Abendlandes) verbreitet worden. In der Ostallgäuer Marktgemeinde war die Information bekannt, offiziell wurde allerdings keine Versammlung angemeldet. Daher ermittelt die Polizei nun wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz. Die Initiatoren hatten angekündigt, sich "still und friedlich" versammeln zu wollen, um unter anderem gegen die Politik der Bundesregierung zu demonstrieren.

 

Die Menge wuchs am Samstagabend schnell an, gekommen waren überwiegend Männer. Fackeln wurden entzündet, Deutschlandfahnen in die Höhe gereckt, hier und da auch ein Arm zum Hitlergruß. Ihnen gegenüber stand eine Gruppe von Gegendemonstranten – auch sie hatten über soziale Netzwerke von der Versammlung erfahren.

Bürgermeister Lars Leveringhaus stellte sich schon am Abend den Demonstranten entgegen. Sein Gesprächsangebot aber wollte niemand annehmen. "Wir wollen nicht mir dir reden", rief die Menge.

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