Montag, 26. September 2016

10. Juni 2009 16:31 Uhr

Olching

Schießstand in Hauptschule

Die Olchinger wollen in ihrer Hauptschule einen Schießstand bauen.

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Olching (dpa/lby) - Ausgerechnet in der Turnhalle einer Hauptschule plant die Gemeinde Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck einen Schießstand für den Schützenverein. «Der Beschluss wurde mit großer Mehrheit vom Gemeinderat gefasst», sagte der Zweite Bürgermeister der Gemeinde, Robert Meier (CSU), am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa und bestätigte einen Bericht des Bayerischen Rundfunks.

Der Schützenverein «Gemütlichkeit Olching» suche schon seit Jahren nach einem geeigneten Gebäude für einen Schießstand. «Dort wird ausschließlich mit Luftgewehren geschossen, nicht mit großkalibrigen Waffen», sagte Meier, der auch Vorsitzender des Vereins- und Sportausschusses der Gemeinde ist.

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Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) forderte alle Beteiligten bei diesem Thema zu «höchster Sensibilität» auf. Die Verantwortung für den Bau der Hauptschule mit Schießstand liege zwar bei der Gemeinde Olching, aber «Vereine, Gemeinde und Schule müssen ihrer besonderen Verantwortung gegenüber Schülerinnen und Schülern nachkommen», sagte er nach Angaben seines Ministeriums in München.

Weil die Hauptschule neu gebaut werde, sei ein Anbau an die Turnhalle «am günstigsten», sagte Gemeinderat Meier. «Überall sonst müsste man sonst extra ein neues Grundstück kaufen. Der Gemeinderat hielt das darum für einen gangbaren Weg.» Meier betonte, es solle einen separaten Eingang zum zehn Meter langen Schießstand geben, kein Schüler werde Zugang haben. Die Entscheidung zum Bau des Schießstandes im Keller der Turnhalle sei bereits im Herbst vergangenen Jahres gefallen. «Ob der Beschluss heute - nach Winnenden - noch einmal so gefasst würde, weiß ich nicht», sagte Meier.

Der Erste Bürgermeister von Olching, Andreas Magg (SPD), betonte dagegen, der Gemeinderat habe bislang nur beschlossen, dass ein Schießstand in die Planungen mit einbezogen werden solle. Die endgültige Entscheidung darüber solle erst in diesem Herbst fallen. «Vereinsverantwortliche werden im Umgang der Sicherheitsvorkehrungen gerade im Zusammenhang mit Schusswaffen zu besonderer Aufmerksamkeit aufgerufen», sagte Minister Spaenle.

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