Samstag, 25. Mai 2013

04. Mai 2012 12:23 Uhr

Neonazis in Bayern

Schlag gegen rechtsextremistische "Jagdstaffel D.S.T"

Polizei und Staatsanwaltschaft haben zum Schlag gegen die rechte Szene ausgeholt. Im Visier: Mitgliedern der "Jagdstaffel D.S.T."

Bei der Razzia wegen illegalen Waffenbesitzes durchsuchten Fahnder am Donnerstag in Oberbayern mehr als 30 Wohnungen.
Foto: dpa, Symbolbild

Bei der Razzia wegen illegalen Waffenbesitzes durchsuchten Fahnder am Donnerstag in Oberbayern mehr als 30 Wohnungen. Der Verdacht richte sich bislang gegen 16 Beschuldigte, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Sie stehen im Verdacht, der sogenannten Jagdstaffel D.S.T. anzugehören.

Die Jagdstaffel ist laut Innenministerium in Geretsried und Wolfratshausen (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) sowie in München aktiv. Die Buchstaben «D.S.T.» im Logo der neonazistischen Gruppierung stehen demnach für «Deutsch-Stolz-Treu».

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Rechtsextreme Jagdstaffel wurde 2009 gegründet

Die Jagdstaffel sei Ende 2009 von Mitgliedern der rechtsextremistischen Skinhead-Szene unter dem Namen Jagdstaffel Süd gegründet worden. Zentrales Erkennungsmerkmal sei eine einheitlich gestaltete Lederjacke: Auf der Brust steht der Spitzname des Trägers, die Rückseite zeigt eine Flugabwehrkanone. Die Gruppierung beteilige sich vor allem an gemeinsamen Feiern und Treffen der neonazistischen Szene im Raum München.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte dem Bayerischen Rundfunk, Polizei und Verfassungsschutz hätten die «Jagdstaffel» schon länger im Visier. «Hier finden sich wirklich sehr rechtsextremistische Leute zusammen, die vor allem Dingen auch durch intensiven Waffengebrauch, beispielsweise bei Ausflügen in Tschechien, aufgefallen sind. Darauf haben sich auch die Durchsuchungsmaßnahmen konzentriert.»

Jagdstaffel D.S.T.: Waffen sichergestellt

Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben der Ermittler unter anderem scharfe Munition, Schusswaffen und verbotene Gegenstände wie Schlagringe gefunden worden. Darüber hinaus seien über 30 Dekorationswaffen sichergestellt worden, "die möglicherweise zu Schusswaffen umfunktioniert werden könnten".

Die Gegenstände würden derzeit überprüft und mit weiteren Beweismitteln wie Devotionalien, Propagandamaterial und Speichermedien ausgewertet.

Die 16 Beschuldigten wurden nach den polizeilichen Maßnahmen und Vernehmungen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Rechte Webseiten kommentierten den Schlag auf ihre Weise: "Seit Monaten versuchen die Protagonisten der Antifa-Journaille im Einklang mit linken Systempressevertretern, die „Jagdstaffel” immer wieder mit Waffenhandel und Wehrsportübungen in Verbindung zu bringen", hieß es dort. AZ, dpa

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