Freitag, 26. Mai 2017

17. März 2015 19:50 Uhr

Schlüsseldienst

Schlüsseldienst-Abzocke: So wehren Sie sich gegen Wucherpreise

Ein Schlüsseldienst ist meist eine willkommene Hilfe. Doch schwarze Schafe nutzen die Not ihrer Kunden massiv aus - und verlangen horrende Summen. Was Sie dagegen tun können.

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Schwarze Schafe unter den Schlüsseldiensten verlangen immer wieder horrende Summen für ihre Dienstleistungen. In der Region ermittelt jetzt die Polizei wegen Wucher und Betrug.
Dan Race, Fotolia.com

Für wenige Minuten Arbeit werden hunderte Euro in Rechnung gestellt, wobei die Monteure zum Teil massiven Druck auf die Kunden ausüben: Diese Masche wenden Schlüsseldienste immer wieder an - auch bei uns in der Region gibt es aktuelle Fälle.

Schlüsseldienst-Wucher: 75-Jährige aus Pfronten geht zur Polizei

Eine 75-jährige Rentnerin erstattete zuletzt bei der Polizei Pfronten Anzeige wegen Wucher gegen einen 26-jährigen selbstständigen Monteur eines Schlüsseldienstes. Die Frau hatte sich laut Polizeibericht Anfang März aus ihrer Wohnung ausgesperrt und einen Schlüsseldienst über eine Hotline verständigt. Zunächst ging die Rentnerin davon aus, dass ein örtlicher Monteur kommt.

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Tatsächlich kam der Monteur aber eine Stunde später aus dem rund 60 Kilometer entfernten Memmingen und öffnete innerhalb weniger Minuten die Wohnungstüre, die nur ins Schloss gefallen war. Danach präsentierte der junge Mann eine Rechnung über 414 Euro, die sofort in bar bezahlt werden musste. Eine Prüfung der Rechnung ergab, dass hier von dem Monteur mehr als das Doppelte verlangt wurde wie in Vergleichsfällen, so die Polizei, die weitere Ermittlungen wegen Wucher und Betrug eingeleitet hat.

Polizei: Schlüsseldienste nutzen Notlage ihrer Kunden aus

Generell sind die Schlüsseldienste zwar meist die einzigen Helfer, die einem noch die Wohnungstüre öffnen können, wenn sich versehentlich selbst ausgesperrt hat oder den Schlüssel verloren hat. „Doch leider gibt es einige schwarze Schafe unter diesen Helfern. Sie nutzen die Notlage ihrer Kunden aus und stellen horrende Forderungen“, so die Polizei zu den Hintergründen.

Das sei „keine Seltenheit“. Hinter dieser Abzocker-Masche stünden meist Schlüsseldienste, die zwar bundesweit tätig seien, jedoch mit örtlichen Telefonnummern und Firmennamen agierten und auf diese Weise bei den Hilfe suchenden Menschen einen lokalen Bezug vorgaukelten, den es tatsächlich nicht gebe.

Experten: Fünf Top-Tipps für den Umgang mit Schlüsseldiensten

Experten geben Tipps für den richtigen Umgang mit Schlüsseldiensten. Wer in die Abzocker-Falle geraten ist, wendet sich am besten an die Verbraucherzentrale Bayern. Dort erhalten Betroffene Hilfe im Rechtsstreit und Ratschläge, wie sie Ärger bei künftigen Fällen umgehen können. Diese fünf Tipps helfen Ihnen ganz allgemein bei der Kontaktaufnahme zu Schlüsseldiensten:

Tipp 1: Ortsübliche Preise erfragen und vergleichen

Bevor ein Schlüsseldienst engagiert wird, sollten sich Verbraucher zunächst über die üblichen Preise informieren. Mit unverbindlichen Anfragen bei verschiedenen Anbietern können Sie die Preise der Schlüsseldienste vergleichen.

Tipp 2: Wucherpreise erkennen und ablehnen

Wird ein Wucher-Preis verlangt, also eine Summe, die weit über dem ortsüblichen Durchschnitt liegt, ist der Vertrag mit dem Schlüsseldienst unwirksam. Das bedeutet, die Rechnung muss nicht bezahlt werden oder eben nur der berechtigte Anteil der geforderten Summe. Ob es sich bei der Rechnung um einen Wucherpreis handelt, dazu berät die Verbraucherzentrale.

Tipp 3: Niemals vorschnell mit Preis zufriedengeben

Auf keinen Fall sollten Verbraucher vorschnell eine zu hohe Rechnung bezahlen und im Nachhinein das Geld zurückfordern. Die Chancen auf Erfolg vor einem Gericht stehen schlecht - erst recht, wenn der Kunde bei der Zahlung schon geahnt hat, dass er zu viel bezahlt.

Tipp 4: Möglichkeit der Rückforderung einkalkulieren

Sind sich Kunden unsicher, ob sie einen berechtigten Betrag bezahlen oder nicht, müssen sie oft trotzdem schnell handeln. Fehlen Nerven oder Zeit für ausführliche Diskussionen, notieren Sie auf der Rechnung am besten den Hinweis «Zahlung unter Vorbehalt der Rückforderung».

Tipp 5: Nicht allein mit Schlüsseldienst verhandeln

Kommt es im Anschluss an das Geschäft mit dem Schlüsseldienst zu Rechtsstreitigkeiten, ist es gut, noch auf die Aussage einer weiteren Person bauen zu können. Verhandeln Sie mit dem Schlüsseldienst also immer mit einem weiteren Zeugen vor Ort. AZ/zian

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