Nach dem Ausraster eines Schulbusfahrers in Meitingen hat die Polizei einen weiteren Buben ermittelt, der sich bei dem Vorfall verletzte. Auch die Behörden sind tätig geworden. Von Florian Eisele

Am Freitagnachmittag hatte der Mann, weil er sich vom Lärm der Kinder gestört fühlte, seinen mit etwa 20 Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren besetzten Bus durch eine Vollbremsung zum Stehen gebracht und damit mehrere Kinder verletzt.
So schlug sich ein zehnjähriges Mädchen beim Aufprall einen Teil des Schneidezahns ab und erlitt Prellungen an der Hüfte und den Beinen. Ein neunjähriger Bub zog sich beim Sturz eine Gehirnerschütterung sowie Prellungen und Blutergüsse im Kopfbereich und am Genick zu. Bei den Ermittlungen der Polizei stellte sich nun heraus, dass auch ein zwölfjähriger Junge Schürfwunden am Hals und im Genick erlitten hatte. Er bestätigte zudem den Tathergang, wonach der Busfahrer sein Fahrzeug zuerst abrupt zum Stehen gebracht hatte und danach den Kindern damit gedroht hatte, dass sie nach Hause laufen müssten, wenn sie nicht still seien.
Auch die Identität des Fahrers ist mittlerweile ermittelt – es handelt sich um einen 51-Jährigen, der lange in dem Beruf arbeitet. Sein Arbeitgeber, ein Busunternehmer aus dem Landkreis Augsburg, kann die Tat nicht fassen: „Es ist mir unerklärlich, wie so etwas passieren kann. Zumal der Mann sozial engagiert ist und seine Eltern pflegt.“
Auch für Heinz Katzer, den Schulleiter des sozialpädagogischen Förderzentrums in Gersthofen, das die Kinder besuchen, ereignete sich der Vorfall ohne jegliche Vorwarnung: „Die betroffene Buslinie ist keine Problemstrecke. Die Kinder sind aber auch keine Krawallmacher.“ Der Busfahrer wird nicht mehr auf der Strecke eingesetzt. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.
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