Wetter
So.
20°C
Wetter
Mo.
21°C

20. Mai 2010 09:55 Uhr

Nach Protesten

Schweine müssen nicht als Opfer für US-Armee herhalten

Schwein gehabt: Eigentlich wollte die US-Armee Tiere für die Ausbildung ihrer Sanitäter töten. Doch mit dem Sturm der Tierschützer hatten die Streitkräfte wohl nicht gerechnet.

Schwein

Geplante Tierversuche auf dem US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Oberpfalz) haben für einen Sturm der Empörung gesorgt: Nach den Plänen der US-Armee sollten Sanitäter ihr Wissen an lebendigen Schweinen testen. Zu Ausbildungszwecken sollten die Tiere getötet werden.

Doch daraus wird jetzt nichts. Nach heftiger Kritik von Tierschützern wird es in Grafenwöhr keine Tierversuche zur Sanitätsausbildung geben. Die Regierung der Oberpfalz teilte am Donnerstag mit, dass der Antrag auf die Tierversuche zurückgezogen worden sei.

ANZEIGE

Nach Informationen des Neuen Tag in Weiden planten die US-Streitkräfte, Schweine oder Ziegen als Kriegsopfer zu testen. Die Tiere sollen erst schwer verletzt und anschließend getötet werden. Noch in diesem Jahr sollten entsprechende Lehrgänge in Grafenwöhr stattfinden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf eine Pressemitteilung der US-Armee in Heidelberg.

Nach dem Plan der Armee sollte das Trainingsprogramm so realitätsnah wie möglich gestaltet werden. Dafür wollten die Ausbilder die Sanitäter mit schweren Verletzungen konfrontieren, wie sie auch im Kriegseinsatz vorkommen. Nach den Ausbildungsrunden sollten die Tiere eingeschläfert werden.

Die bayerische Staatskanzlei hatte am Mittwoch bestätigt, dass ihr für das Ansinnen der US-Armee eine Anfrage vorliegt. Auch die Regierung der Oberpfalz hatte am Mittwoch bestätigt, dass ein Unternehmen aus Norddeutschland, das auf Medizinseminare spezialisiert ist, Schweine oder andere Tiere in dem Militärlager zur medizinischen Ausbildung verletzen will, um an ihnen die Versorgung von Kriegsverletzungen üben zu können. Danach würde die Versuchstiere getötet. Der Deutsche Tierschutzbund protestierte umgehend gegen die "grausamen und unnötigen Experimente".

Wegen ihrer Ähnlichkeit zum Menschen werden Schweine immer wieder Experimenten unterzogen. Im Januar wollten österreichische Forscher 29 Tiere unter einer Lawine begraben. Erst nach großen Protesten wurde das Experiment aufgegeben. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits zehn Schweine tot. Auch die Gerichtsmedizin stellt häufig Schussverletzungen an frisch geschlachteten Schweinen nach. dpa/AZ

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren


Neu in den Leserblogs

Bayern: Das schreiben Andere

Die Augsburger Allgemeine ist nicht für externe Beiträge verantwortlich.




Leser werben Leser

Das könnte Ihre Prämie sein:

Navigationsgerät "NAV-XEA 35-DE TMC 2GB"

e-Paper Abo