Freitag, 20. Oktober 2017

11. August 2017 15:10 Uhr

Asyl

Seehofer: Abschiebung von Flüchtlingen ist eine große Illusion

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat vor zu großen Hoffnungen bei der Abschiebung von Flüchtlingen gewarnt. Besser entscheide man an den Grenzen, wer kommen dürfe.

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will über Flüchtlingsschicksale lieber schon an den EU-Außengrenzen entscheiden. Eine nachträgliche Abschiebung sei "fast unmöglich".
Foto: Maurizio Gambarini, dpa

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat vor zu hohen Erwartungen bei der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber gewarnt. Es sei "fast unmöglich, die Migranten wieder zurückzuführen, wenn sie einmal im Land sind", sagte der CSU-Vorsitzende dem Magazin "Focus". "In der Frage der Abschiebung herrscht in Deutschland eine große Illusion."

Abschiebung von Flüchtlingen: Seehofer nennt Rückführung in die Heimat "fast unmöglich"

Es gebe massenhaft Klagen vor Gericht gegen die Abschiebungen. In den meisten Fällen fehlten Papiere, und ohne Papiere nehme das Herkunftsland die Leute nicht zurück. In anderen Fällen lägen gesundheitliche Atteste vor, sagte Seehofer. "Wieder andere haben hier Wurzeln geschlagen und einen Schutzpatron, der sich für ihren Verbleib im Lande einsetzt. Das ist die Realität der Bundesrepublik 2017."

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Künftig müsse daher schon an den EU-Außengrenzen entschieden werden, wer überhaupt einreisen dürfe. "Das ist viel christlicher und humaner, als die Menschen in ganz Europa herumzufahren und ihnen am Ende zu sagen: Ihr dürft nicht bleiben", sagte der CSU-Vorsitzende. dpa/lby

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Berlin | Horst Seehofer | CSU | Deutschland | EU


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