Gut 1.000 Menschen belagerten die Schrannenhalle in München noch vor derEröffnung, denn schließlich versprach die angekündigte Party, derAufreger des Jahres werden: Der Name youporn, nach dem gleichnamigen Internetportal, sollte Programm sein. Eine Zensur verhinderte allerdings die erhoffte Nackedei.

Gut 1.000 Menschen belagerten die Schrannenhalle in München noch vor der Eröffnung, denn schließlich versprach die angekündigte Party, der Aufreger des Jahres werden: Der Name youporn, nach dem gleichnamigen Internetportal, sollte Programm sein. Eine Zensur verhinderte allerdings die erhoffte Nackedei.
Laut tz hatten nicht einmal die Veranstalter mit diesem Ansturm gerechnet: Eine über 50 Meter lange Schlange bildete sich bereits vor dem Öffnen der Türen am Samstagabend. Vorab waren jedoch angesichts der drohenden Porno-Party Politiker, Verwaltungsbeamte und Polizisten eingeschritten. Vom Ordnungsamt erging nach Berichten der Zeitung der Bescheid, jedwede Darstellung des Geschlechtsaktes und der primären Geschlechtsmerkmale zu vermeiden. Denn auf dem Internetportal youporn können zeigefreudige Mitbürger selbstgedrehte Videos ihres Geschlechtsaktes einstellen.
Das Ganze wurde also auch zu einer technischen Herausforderung: Die youporn-Clips liefen zwar über eine Videowall, mussten aber stark gepixelt und mit Unschärfe retuschiert werden. Die Gogo-Tänzerinnen durften die kleinstmögliche Variante am Slip, die sie trugen, nicht ablegen und nicht mit dem Publikum in Kontakt geraten.
Aber die Zensur hatte nicht nur Einschränkungen, sondern auch den Ausfall so mancher "Attraktion" zur Folge. So musste die "flying cage Show", bei der die Gogo-Tänzerinnen in einem Käfig über den Gästen schweben sollten, ausfallen - ebenso wie ein Schattenspiel, bei dem ein Pärchen den Geschlechtsakt hinter einer Schattenwand vollziehen sollte.
So mancher fragte sich, ob die Veranstaltung die vorherige Aufregung wert gewesen war. Jürgen Lochbihler, der Vermieter des Clubs und Betreiber des Pschorr Bräuhaus über der Schrannenhalle, sagte gegenüber der tz: "Das ist ein Programm, das es schon 100.000-fach in München gegeben hat."
Wenn es nach Steve Sumper geht, der in der Kultfabrik den Club Apartment 11 führt, war die verkappte Porno-Party nicht die letzte ihrer Art: "Wir werden mit dem Internetportal verhandeln und möchten gerne eine lizensierte Deutschland-Tour machen." Sein Kollege Stefan Gerner pflichtet ihm bei: "Was wir so mitbekommen haben, war youporn mit der Werbung vorab sehr zufrieden, besser geht's ja eigentlich nicht."
Und zu guter Letzt hatten auch die Gäste trotz der Zensur ihren Spaß. "Wenn man im Pornstyle kommt, kostet es nur fünf Euro Eintritt statt acht, außerdem ist's lustig", meint der 20-jährige Dominik aus Erding , der sich oben ohne in eine Art Flokati-Jacke hüllte, eine Sonnenbrille trug und die obersten Knöpfe seiner Jeans offen ließ. Die Aufregung konnte er auf jeden Fall nicht verstehen: "Ey, morgen ist doch Faschingsanfang, da geht's eh drunter und drüber."
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