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14. Oktober 2009 19:40 Uhr

Durch eine Gesetzesänderung

So viele Studenten in Bayern wie noch nie

Nach vorläufigen Ergebnissen des bayerischen Wissenschaftsministeriums gibt es an bayerischen Hochschulen im Sommer- und Wintersemester bislang 59.077 Neuzugänge. Dies entspricht laut Heubisch einer Zunahme von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von Stephanie Kundinger

Bachelor-Frust: Studenten haben Beratungsbedarf
Foto: DPA

Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) spricht von einem historischen Höchststand: Noch nie haben sich so viele Menschen für ein Studium in Bayern entschieden wie in diesem Jahr.

Besonders groß sei der Zuwachs mit elf Prozent an den Fachhochschulen, die Universitäten hätten nach einer annähernden Stagnation in den vergangenen Jahren eine Steigerung um 5,3 Prozent. Insgesamt studieren im Wintersemester derzeit 272.836 Menschen in Bayern. Im Vergleich: Im vergangenen Wintersemester waren es 14.000 weniger. Wie sich die Studentenzahlen deutschlandweit entwickelt haben, wird erst in einigen Wochen veröffentlicht.

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"Auch wenn die Zahlen, die Bayerns Hochschulen zu Beginn dieses Wintersemesters melden, noch vorläufig sind, eines können wir jetzt schon sagen: In diesem Jahr werden wir einen neuen Höchststand erreichen", sagte Heubisch.

Grund für die Zunahme in Bayern ist unter anderem eine Änderung des Hochschulgesetzes. Zum ersten Mal können auch Berufstätige ohne Meistertitel oder Abitur die fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung erwerben. Ein ausgebildeter Kfz-Mechaniker kann sich nach dreijähriger Berufserfahrung beispielsweise um einen Studienplatz in seiner Fachrichtung bewerben. Nach einer erfolgreichen Aufnahmeprüfung oder einem Probestudium geht es schließlich von der Hebebühne in den Hörsaal. 78 Studierende haben sich durch dieses neue Modell für ein Studium qualifiziert.

Absolventen einer Meisterprüfung oder einer gleichgestellten beruflichen Fortbildung wird der allgemeine Hochschulzugang eröffnet, sofern ein Beratungsgespräch an der Hochschule absolviert wurde. Das Wissenschaftsministerium will die Hochschulen somit für neue Zielgruppen öffnen.

Christoph Heine vom Hochschul-Informations-System, ein Unternehmen, das sich unter anderem mit Hochschulforschung beschäftigt, freut sich über das Pilotprojekt in Bayern. Es sei richtig und wichtig, Hochschulen für beruflich qualifizierte Studenten zu öffnen. Dennoch müssen die Universitäten und Fachhochschulen mitziehen. "Hochschulen müssen sich speziell auf diese besondere Gruppe einlassen, sonst sehe ich keine Überlebenschance in diesem Modell."

Für den Anstieg der Erstsemester in Bayern gebe es laut Christoph Heine viele Gründe. Der Arbeitsmarkt biete für Akademiker durch einen Generationswechsel in den nächsten Jahren viele neue Chancen. Doch auch die aktuelle Wirtschaftslage könnte beim Anstieg eine Rolle spielen. Der Experte vermutet, dass viele Neu-Studenten in den Hochschulen "überwintern" und sich im Frühjahr um einen Arbeitsplatz bewerben möchten.

Dennoch wird es in Zukunft immer mehr Studenten an bayerischen Hochschulen geben - doch Angst vor völlig überfüllten Hörsälen müsse laut Wissenschaftsminister niemand haben. "Der Ausbau der Hochschulen ist bereits im vollen Gange, denn wir wissen: Wir müssen deutlich aufstocken", sagte Heubisch mit Blick auf den doppelten Abiturjahrgang 2011. Bis dahin sollen an bayerischen Hochschulen 38.000 neue Studienplätze und 3000 zusätzliche Stellen entstehen. Auch der räumliche Ausbau sei auf einem guten Weg. Ob es 2011 wirklich einen Studentenboom geben wird, ist für Christoph Heine schwer absehbar. Viele G-8-Abiturienten könnten das "geschenkte" Jahr für Auslandsreisen nutzen. (Stephanie Kundinger)

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