Samstag, 21. Oktober 2017

12. Oktober 2017 00:31 Uhr

Studium

So viele neue Studenten wie nie

10000 Erstsemester mehr als im Vorjahr: Für Kultusminister Spaenle ist das erfreulich – zugleich aber eine riesige Herausforderung. Und wo sollen all diese Menschen wohnen?

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Mehr Erstsemester als je zuvor beginnen zum Wintersemester ihr Studium an bayerischen Universitäten und Hochschulen.
Foto: Peter Kneffel, dpa

Der Ansturm auf Bayerns Wissenschaftszentren erreicht einen neuen Höhepunkt: 77 000 Menschen beginnen in diesem Herbst ein Studium an einer Universität oder Hochschule im Freistaat. Wie das Wissenschaftsministerium gestern in München mitteilte, seien das etwa 10000 mehr als im Vorjahr. Insgesamt haben sich in Bayern 390000 Studenten eingeschrieben. Zwei Drittel besuchen eine Universität, rund ein Drittel eine Hochschule.

Die Rekordzahlen freuen die Staatsregierung, wecken aber auch Begehrlichkeiten. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sagte: „Für den Studienstandort Bayern ist das eine gute Situation, aber auch eine Herausforderung.“ Mit der Zahl der Studenten wachsen die Ausgaben. 5,27 Millionen Euro sind für Hochschulen im bayerischen Haushalt 2018 eingeplant. Das reiche nicht aus, sagte der Minister und forderte Geld vom Bund. „Bayern ist eine Region, die sich viel vornimmt. Kein Bundesland hat derzeit solch ambitionierte Großvorhaben“, sagte Spaenle. Dabei verwies er auch auf den Aufbau der Augsburger Universitätsmedizin. Dafür sind zunächst 200 Planstellen vorgesehen. Doch was die Infrastruktur angeht, müsse sich noch einiges tun, sagt Spaenle: „Eine Uniklinik aufzubauen ist das teuerste, was es auf dem Markt gibt.“ Der Freistaat strenge sich bei der Finanzierung des Hochschulbaus an, doch auf Geld vom Bund sei die Wissenschaft dennoch angewiesen.

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Neben der Universitätsklinik in Augsburg baut das Ministerium auch in Bayreuth einen Medizincampus auf. Zudem soll in Kulmbach eine Hochschule für Lebensmittel und gesunde Ernährung und in Nürnberg eine neue Technikuniversität entstehen.

Finanzspritzen aus Bundesmitteln wünscht sich Spaenle auch für die Digitalisierung an den Hochschulen. Der Prozess, der an den Schulen bereits im Gange ist, sei an Hochschulen deutlich kostenaufwändiger. Bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin setze sich die CSU dafür ein, dass sich der Bund „massiv“ finanziell beteilige.

Aber wo die vielen Studenten nur alle unterkommen sollen, darauf hat der Kultusminister keine Antwort. „Für den Wohnbau ist in Bayern das Innenministerium zuständig. Aber klar: Wo stark in Studienplätze investiert wird, muss sich der Wohnungsmarkt ähnlich entwickeln.“

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Ein Artikel von
Anika Zidar

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontärin


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