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Interview mit dem Kultusminister: Spaenle macht sich für Urmel stark

Interview mit dem Kultusminister

Spaenle macht sich für Urmel stark

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    Das Urmele aus dem Eis ist wohl die bekannteste und beliebteste Figur der Augsburger Puppenkiste.
    Das Urmele aus dem Eis ist wohl die bekannteste und beliebteste Figur der Augsburger Puppenkiste. Foto: Archiv

    Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), früher selbst lange Zeit Fernsehredakteur des Bayerischen Rundfunks (BR), fordert eine Rückkehr von Urmel, Jim Knopf & Co. ins Programm des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals. Weil der Sender immer mehr Soaps, Castingshows und Zeichentrickfilme ausstrahle, müssten anspruchsvolle Sendungen weichen, kritisierte der Minister in einem Brief an die Intendanten des BR und des ZDF. Der Kinderkanal hatte im Herbst 2011 die Sendungen der Augsburger Puppenkiste nach Ministeriumsangaben als nicht mehr zeitgemäß eingestuft und aus dem Programm genommen.

    Herr Spaenle, Programminhalte und Programmgestaltung entwickeln sich weiter – auch beim Kinderkanal. Warum bedauern Sie, dass dort die Figuren der Augsburger Puppenkiste keine Abenteuer mehr erleben dürfen?

    Spaenle: Ich war selbst Redakteur des Bayerischen Rundfunks und weiß, dass nicht alles unverändert bleiben kann. Aber gerade der werbefreie und gebührenfinanzierte Kinderkanal von ARD und ZDF hat eine besondere Qualitätsanforderung. Dem medienpädagogischen Anspruch wird der Sender nicht gerecht, wenn er in verstärktem Maß zum Beispiel auf Kindercastingshows setzt. Man meint vielleicht damit, auf der Höhe der Zeit zu sein und orientiert sich an den großen Formaten der Privatsender. Und in diesen Shows glauben sich junge Erwachsene im Rampenlicht plötzlich im Wolkenkuckucksheim. Das ist ein Irrweg, den man schon gar nicht mit Kindern und Jugendlichen gehen sollte.

    Warum setzten Sie sich ausgerechnet für die Augsburger Puppenkiste ein?

    Spaenle: Wenn die Puppenkiste in Castrop-Rauxel stünde, wäre es genauso wichtig, sich für sie starkzumachen. Aber das ist nun mal eine bayerische Produktion. Mit Jim Knopf, Urmel oder Kalle Wirsch haben wir identitätsstiftende Figuren, die es ins kollektive Gedächtnis der Bevölkerung geschafft haben. Es sind Lichtmomente des deutschen Kinder- und Jugendfernsehens – Sendeschätze, die man nicht einfach liegen lässt.

    Warum wollen Sie eine Debatte über die Ausrichtung des Kinderkanals anstoßen?

    Spaenle: Das mache ich zunächst mal als Gebührenzahler. Und ich habe schon Zweifel, ob die Gebühren mithilfe der neuen Programmstrategie sinnvoll eingesetzt werden. Dann spreche ich als jemand, mit dessen politischem Amt auch eine besondere bildungspolitische Verantwortung verbunden ist. Ich habe auch Hinweise, dass das Thema im Rundfunkrat des BR auf Interesse stößt und sich das Gremium damit beschäftigen wird.

    Wenn Urmel Teil des kollektiven Gedächtnisses ist, wie sie sagen: Ist damit dann gleich der Anspruch verbunden, auch in Zukunft auf der Mattscheibe zu sein? Ist das nicht eine eher rückwärtsgewandte Haltung?

    Spaenle: Ganz und gar nicht. Mit dieser Logik dürften ja auch keine Klassiker auf den Bühnen mehr aufgeführt werden. Ich weiß aus vielen Reaktionen aus der Bevölkerung, dass die Geschichten der Augsburger Puppenkiste die Menschen nach wie vor erreichen – alt und jung.

    Was hat uns Jim Knopf in der Gegenwart und in der Zukunft zu sagen?

    Spaenle: Der Augsburger Pupenkiste ist es immer gelungen, die Kreativität der Zuschauer und deren Fantasie zu beflügeln – und das auf ästhetische Weise. Hier wurden ganze Welten erbaut. Speziell mit der Geschichte von Jim Knopf verbinde ich zum Beispiel, wie es gelingen kann, gesellschaftliche Widerstände zu überwinden. Und Integration ist ein wahrhaft aktuelles Thema.

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