Die Rede von CSU-Ehrenvorsitzendem Edmund Stoiber wird in Passau wild umjubelt. Stoiber lobte Joachim Gauck. Das sorgt für verhaltene Reaktionen.

Edmund Stoiber - Der Publikumsliebling, der Superstar. Genau so wurde er beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau empfangen. Dicht umdrängt betrat Edmund Stoiber den Saal. Ministerpräsident Horst Seehofer stand neben ihm. Stoiber musste unzählige Hände schütteln, Seehofer nicht. Bodyguards und Anhänger wohin das Auge reichte. Bis Stoiber es an seinen Platz schaffte, vergingen unzählige Minuten.
Und die Rede von Stoiber war so, als wäre der Strauß-Spross niemals weg gewesen: Er gestikulierte wild, den Zeigefinger erhoben, die weißen Haarsträhnen flogen vor und zurück. Stoiber lobte seine Partei, deren Integrationskraft und die Menschen in Bayern. Nein, auch sein Selbstbewusstsein hat in seiner Abwesenheit nicht abgenommen: "Die klügsten Menschen kommen aus Bayern. (...) Wir in Bayern kommen schon sehr klug auf die Welt", schallte es vom Rednerpult.
Doch auch für den kommenden deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck fand Stoiber klare Worte. Und die überraschten den ein oder anderen Zuhörer. Dieser Bundespräsident in spe sei eine sehr gute Wahl, die er auch persönlich unterstütze. "Man kann auch mit dem zweiten Aufschlag ein Ass verwandeln." Eine kurze Pause, dann verhaltener Applaus.
Doch Stoiber riss das Ruder herum: "Was soll ich auch gegen ihn haben? Er ist gegen die Türkei in der europäischen Union. Das ist doch unsere Position." - "Jawohl" schallte es von der Seite ins Mikrofon. Beifall. Das ist schon eher nach dem Geschmack der CSU.
Ja, das war ein Edmund Stoiber, wie ihn die CSU-Mitglieder hören wollten: kämpferisch, lautstark und grammatikalisch nicht immer korrekt.
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