Für mächtig Wirbel haben rund 40 Studenten im bayerischen Landtag gesorgt. Mit bedruckten T-Shirts und selbst gebastelten Plakaten machten sie ihrem Unmut gegen die Studiengebühren Luft. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet drohte mit Rausschmiss. Auch bei den Abgeordneten ging es hitzig zu.
München (glori) - Für mächtig Wirbel sorgten am Donnerstag rund 40 Studenten im bayerischen Landtag. Mit bedruckten T-Shirts und selbst gebastelten Plakaten machten sie auf der Besuchertribüne des Plenarsaals ihrem Unmut gegen die Studiengebühren Luft. Zu lautstark und provokativ, wie Landtagsvize Reinhold Bocklet fand. Er drohte den Studenten mehrfach mit Rausschmiss.
Die Diskussion über die Gesetzentwürfe der SPD und der Grünen zur Abschaffung der Studiengebühren sowie der Auftritt der Studenten erhitzte auch die Gemüter der Abgeordneten. "Ich freue mich, dass junge Menschen auf demokratische Art Partei ergreifen und sich für ihre Interessen einsetzen", sagte die Grünen-Abgeordnete Ulrike Gote, und Michael Piazolo von den Freien Wählern fügte an: "Wir wollen doch ein lebendiges Parlament sein. Deswegen sollten wir es aushalten können, wenn ein paar Transparente ausgebreitet werden." Den darauf folgenden Beifall von SPD, Freien Wählern und Grünen quittierte Bocklet mit einer Rüge.
Hierauf verließen einige Parlamentarier der CSU demonstrativ den Saal, was wiederum den Zorn der Studenten anheizte. "Die nehmen uns gar nicht ernst", beschwerte sich eine Studentin der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.
Ernst genommen werden ist aber genau das, was die Studenten wollen. "Wir suchen doch das Gespräch mit den Politikern", sagt Magnus Wirth, Vertreter der Uni Augsburg - zum Beispiel über die Verwendung der Studiengebühren: "Einige Unis lassen von dem Geld Fußböden austauschen, andere schaffen einen Dienstwagen für ihre Mitarbeiter an. Alles lehrfremde Ausgaben, die eigentlich der Freistaat zu tragen hätte. Auch an der Uni Augsburg gibt es manchmal komische Anträge, allerdings werden diese nicht gegen unseren Willen durchgesetzt."
"Diesen Vorwürfen werden wir nachgehen", versprach der neue Wissenschaftsminister, Wolfgang Heubisch (FDP), der der Einladung der Studenten und der SPD gefolgt war und sich nach der Sitzung mit ihnen zu einem Gespräch zusammensetzte. Dennoch komme eine Abschaffung der Gebühren nicht infrage. Trotz der Studienbeiträge steige die Zahl der Studenten in Bayern, sagte er. Für den Ausbau der Universitäten sei das Geld der Studenten deshalb unerlässlich.
Dies sieht die SPD anders. "Durch die Gebühren können sich nur noch Kinder von Besserverdienenden ein Studium leisten", argumentierte die SPD-Hochschulexpertin Adelheid Rupp. Das war es auch, was die Studenten auf ihren T-Shirts gelb auf schwarz zum Ausdruck brachten: "Studiengebühren - der stärkste Kontrast zu Gerechtigkeit."
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: