Susanne Klatten hat offenbar noch eine Chance ihre verlorenen Millionen wieder zu bekommen. Sie hatte vor dem Augsburger Landgericht ihren Erpresser Helg Sgarbi verklagt. Von Jörg Heinzle

Erpressungsopfer Susanne Klatten hat offenbar doch noch eine Chance, dass sie ihre verlorenen Millionen wieder bekommt. Vor dem Augsburger Landgericht hatte Klatten ihren Erpresser Helg Sgarbi erfolgreich auf die Rückzahlung von fast 9,5 Millionen Euro verklagt.
Beobachter bezweifelten zunächst, dass die BMW-Großaktionärin und weitere Opfer ihr Geld je wiedersehen werden. Sgarbi hatte im Strafprozess gegen ihn nichts zum Verbleib des Geldes und zu möglichen Auftraggebern erzählt.
Als möglicher Hintermann, zu dem auch das Geld geflossen sein könnte, gilt der italienische Sektenführer Ernani Barretta. Wie der Tages-Anzeiger in Zürich berichtet, haben die italienischen Behörden den gesamten Besitz Barrettas vorsorglich beschlagnahmt. Es handelt sich um Luxusautos, Villen, Grundstücke und Bargeld im Wert von rund 9,6 Millionen Euro - das ist ziemlich genau die Summe, die Klatten vom Landgericht zugesprochen bekam. Die Augsburger Richter hatten zudem entschieden, dass auch Barretta für die Forderungen hafte.
Der Schweizer Helg Sgarbi hatte Klatten in einem Hotel in Tirol kennengelernt und ihr mit einer Lügengeschichte sieben Millionen Euro entlockt. Später erpresste er die Milliardärin dann mit kompromittierenden Aufnahmen, die beide in einem Hotelzimmer in München zeigten. Klatten war nicht das einzige reiche Opfer des Frauenverführers. Im März wurde der Schweizer zu sechs Jahren Haft verurteilt.
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