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10. Dezember 2009 10:23 Uhr

Tiger-Attacke auf Augsburger Dompteur

Tierschützer fordern Wildtier-Verbot im Zirkus

Wildtiere gehören nach Ansicht von Tierschützern nicht in den Zirkus und sind überaus gefährlich.

Unfälle mit Tigern und Löwen passierten dort immer wieder, erklärte die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» am Mittwoch nach einer lebensgefährlichen Attacke auf einen Augsburger Dompteur in Hamburg. «Ein solcher Angriff war absehbar», meinte auch die «Aktion Tier». Ein generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus sei überfällig.

Auch die Tierrechtsorganisation PETA forderte schnelle Konsequenzen und wies darauf hin, dass es bereits in elf europäischen Ländern ein solches Wildtierverbot gebe.

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Tiger, Löwen, Elefanten und Giraffen könnten in einem Zirkus niemals art- oder verhaltensgerecht untergebracht werden. Auch dürfe man nicht vergessen, dass das Verhalten dieser Wildtiere aufgrund der fehlenden Anpassung an den Menschen unberechenbar sei. «Tiger sind und bleiben wilde Tiere und gehören nicht in die Manege», betonte ein Sprecher von «Vier Pfoten».

«Viele Dompteure wollen die Öffentlichkeit glauben machen, dass sie ein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihren Großkatzen haben», sagte Ursula Bauer von der «Aktion tier». Aber das entspreche nicht den Tatsachen. «Tiger sind und bleiben gefährliche Wildtiere, auch wenn sie in Gefangenschaft geboren und aufgewachsen sind», betonte die Biologin. Der direkte Umgang mit ihnen sei lebensgefährlich. Ein Moment der Schwäche oder der Unaufmerksamkeit könne den Tod bedeuten.

Wildtiere liessen sich nicht wie Hunde mittels eines Rucksacks voller Belohnungshappen dressieren, ihnen werde in den meisten Fällen Zwang und Gewalt angetan, sagte PETA-Sprecherin Carola Schmitt «Den Tieren wird der eigene Wille regelrecht rausgeprügelt.» Zirkusveranstalter würden immer wieder versuchen, Unfälle mit Aussagen wie «die Tiger wollten nur spielen» zu bagatellisieren.

Nach Angaben der Tierschutzorganisation ist der Unfall bei der Dinner-Show in Hamburg beileibe kein Einzelfall. «Die tatsächliche Anzahl der Angriffe von Raubkatzen auf Dompteure oder Pflegepersonal in Zirkussen wird tunlichst verschwiegen», behauptete der Verein. Nur die spektakulären Zwischenfälle vor Publikum wie die Attacke auf den Magier Roy Horn gelangten in die Öffentlichkeit.

«Allein in den letzten vier Jahren hat 'Vier Pfoten' zehn Vorfälle gezählt, bei denen in Deutschland Menschen von Wildtieren im Zirkus verletzt wurden», erklärte die Stiftung. Hinzu kämen 33 Ausbrüche von Wildtieren. «Diese Vorfälle zeigen, dass die Haltung von Wildtieren im Zirkus mit unkalkulierbaren Sicherheitsrisiken verbunden ist, die Menschenleben gefährden», sagte Tierschützerin Yvonne Nottebrock.

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