"Menschenverachtend" - so nennt die Polizei den brutalen Angriff auf einen jungen Beinprothesenträger in Vöhringen. Von Bernhard Junginger
Von Bernhard Junginger
Vöhringen. "Menschenverachtend" - so nennt die Polizei den brutalen Angriff auf einen jungen Beinprothesenträger in Vöhringen (Kreis Neu-Ulm). Beim Faschingstreiben am "Gumpigen Donnerstag" war der Gehbehinderte, wie erst jetzt bekannt wurde, von einer Gruppe vermutlich türkischer Jugendlicher attackiert worden. "Da ist jemand allein wegen seiner Behinderung zum Opfer geworden", ist ein Polizeibeamter entsetzt.
Der 17-Jährige, seit seiner Geburt auf eine bis zur Hüfte reichende Beinprothese angewiesen, habe sich von drei bis vier maskierten Jugendlichen zunächst massive Beleidigungen anhören müssen. "Du Krüppel" sei noch eine der harmloseren Schmähungen gewesen, so die Polizei. Obwohl der Gehbehinderte nicht auf die widerwärtigen Worte reagiert habe, sei er von der Gruppe verfolgt und weiter verhöhnt worden.
Plötzlich habe der Rädelsführer mit einer Glasflasche in der Hand ausgeholt, um dem 17-Jährigen auf den Kopf zu schlagen. Ein flüchtiger Bekannter des Gehbehinderten, der Zeuge des Vorfalls wurde, habe dem Angreifer in letzter Sekunde die Flasche aus der Hand reißen können und damit wohl Schlimmeres verhindert. Nun schlug der offenbar betrunkene Täter dem Behinderten die Faust ins Gesicht, so dass dieser zu Boden ging und auf den Asphalt prallte. Kumpane des Schlägers schnappten sich Geldbeutel, Mobiltelefon und Schlüsselbund ihres hilflosen Opfers, dann flüchteten die Angreifer.
Der Gehbehinderte klagt seither über Kopfschmerzen und Hüftbeschwerden. Intensiv fahndet die Polizei nun nach der Tätergruppe, die untereinander offenbar türkisch gesprochen habe. Etwa 180 Zentimeter groß und dünn, mit einer Mütze oder Kapuze sowie einem roten Schal über dem Gesicht maskiert, so wird der Schläger beschrieben.
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