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03. September 2010 21:00 Uhr

Buchvorstellung

Waldi Hartmann räumt auf mit Bayern-Irrtümern

Der Sportmoderator Hartmann veröffentlicht ein amüsantes Lexikon über Bayern-Klischees. Zu erfahren ist beispielsweise, dass nur in den Alpen gejodelt wird oder dass König Ludwig II. auf Schloß Neuschwanstein lebte.

Der Moderator und Sportreporter Waldemar Hartmann will mit seinem Buch den Vorurteilen gegenüber Bayern entgegenwirken.
Foto: mum htf

Es ist ein Irrtum zu glauben, Waldemar ("Waldi") Hartmann könne nur Weißbier trinken, Sportsendungen moderieren und Rudi Völler ärgern. Die Wahrheit ist: Er kann auch schreiben oder - wie im Falle dieses Buches - zumindest scharf überwachen, dass alles stimmt und der Text die richtige Tonlage und Diktion trifft. Im Seehaus im Englischen Garten stellte er - standesgemäß bei Weißwürscht und Weißbier - sein Buch gestern vor. Der Titel: "Populäre Bayern-Irrtümer".

Zu lernen und zu erfahren gibt es in diesem Buch jede Menge, zumindest für Nicht-Bayern und "Zuagroaste". Populäre Irrtümer sind zum Beispiel:

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l dass ein Gamsbart aus den Barthaaren von Gämsen hergestellt wird,

l dass im Münchner Zoo der letzte lebende Wolpertinger besichtigt werden kann,

l dass Fleischpflanzerl aus fleischfressenden Pflanzen hergestellt werden,

l dass Gebirgsschützen ihre Gewehre nur in über 1000 Meter Höhe einsetzen dürfen

l dass beim Fingerhakeln versucht wird, dem Gegner einen Finger abzureißen,

l oder dass der Nockherberg nach der Zugspitze der zweithöchste Berg Bayerns ist.

Diese Auswahl aus den 76 Artikeln in dem 224 Seiten starken Buch war jetzt zugegebenermaßen etwas einseitig. Es gibt nämlich auch ganz ernsthafte Abschnitte, die sich kenntnisreich mit Geographie, Geschichte, Sprache, Brauchtum und den Geheimnissen bayerischer Küche auseinandersetzen. Populäre Irrtümer sind nämlich auch:

l dass die Augsburger ein weinerliches Kind als "Plärrer" bezeichnen,

l dass König Ludwig II. auf Schloß Neuschwanstein lebte,

l dass bayerischer Leberkäse aus Leber hergestellt wird,

l dass alle Allgäuer in Schwaben leben,

l dass nur in den Alpen gejodelt wird,

l oder dass auf deutschem Boden erstmals zwischen Nürnberg und Fürth Menschen mit einer Eisenbahn befördert wurden.

Dem Autor, der im Klappentext als "wohl der beliebteste Bayer Deutschlands" gefeiert wird, hat das Projekt "viel Spaß gemacht". Ganz nebenbei räumt er in dem Buch in eigener Sache auch noch mit dem Irrtum auf, dass er vor jedem Interview drei Weißbier trinkt. Ein Hinweis freilich fehlt: Es ist ein Irrtum, dass in Bayern nur Dackel auf den Rufnamen "Waldi" hören.

Buch Waldemar Hartmann: Populäre Bayern-Irrtümer, be.bra Verlag, 19,95 ¤.

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