Donnerstag, 24. April 2014

15. Juli 2010 12:55 Uhr

Hilfe im Ernstfall

Was nach einem Badeunfall zu tun ist

Sommerliches Badevergnügen endet immer wieder tödlich. Nach einem Unfall kommt es vor allem auf schnelle Hilfe an. Die Johanniter erklären, was im Ernstfall zu tun ist.

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Sommerliches Badevergnügen endet immer wieder tödlich. Durch Leichtsinn, Kreislaufprobleme, Alkohol oder Überschätzung der eigenen Kräfte ertrinken in den Sommermonaten pro Tag durchschnittlich zwei Menschen in Deutschland - im Jahr 2009 waren es insgesamt 474 Personen (Quelle: Statista). Besonders gefährdet sind laut Johanniter kleine Kinder: Bei ihnen gehöre Ertrinken zu den häufigsten Todesursachen überhaupt. Aber auch ältere Menschen gehören zur Risikogruppe.

Bei Badeunfällen kommt es vor allem auf schnelle Hilfe an. Joachim Keil, Erste-Hilfe-Experte der Johanniter in Schwaben, betont, dass es für jeden Ersthelfer vor Ort dennoch unerlässlich ist, auf ihre eigene Sicherheit zu achten: "Vor einem Rettungsversuch sollte man unbedingt weitere Personen auf den Notfall aufmerksam machen, die über den Notruf 112 den Rettungsdienst alarmieren können. Der Retter, der den Ertrinkenden aus dem Wasser ziehen will, darf auf keinen Fall den Eigenschutz vergessen! Wenn möglich, reicht man der betroffenen Person einen schwimmenden Gegenstand, um direkten Kontakt zu vermeiden. Denn wenn sich der Ertrinkende in Panik an den Retter klammert, könnte er den Helfenden unter Wasser drücken." An Land muss schnell Erste Hilfe geleistet werden, bis der Rettungsdienst eintrifft. "Ist der Betroffene bewusstlos, bringt man ihn in die stabile Seitenlage. Atmet er nicht mehr, muss der Ersthelfer sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen", erklärt Keil.

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Dabei geht es nicht darum, Wasser aus Lunge oder Magen herauszudrücken: "Das bringt nichts und kostet nur wertvolle Zeit", so Joachim Keil. Stattdessen macht der Ersthelfer den Oberkörper des Betroffenen frei, sucht die Mitte des Brustkorbs und drückt mit übereinander gelegten Handballen das Brustbein vier bis fünf Zentimeter tief senkrecht Richtung Wirbelsäule. Die Druckmassage sollte eine Frequenz von etwa 100 Mal pro Minute haben, also ein bis zwei Mal pro Sekunde. Nach 30 Druckmassagen folgen zwei Atemspenden. Dazu muss der Ersthelfer den Kopf des Betroffenen vorsichtig nach hinten überstrecken. Der Helfer legt seinen geöffneten Mund über den Mund des Patienten und beatmet diesen zwei Mal langsam, bis sich dessen Brustkorb hebt und senkt. Danach folgen wieder 30 Herzdruckmassagen.

Wer sich nicht mehr sicher ist in der Ersten Hilfe, kann sein Wissen bei zahlreichen Erste-Hilfe-Kursen in Schwaben auffrischen.

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