Donnerstag, 20. Juni 2013

01. November 2011 17:17 Uhr

Seehofer unter Druck

Weiteres Rätselraten über Fahrenschon-Nachfolge

Bis Allerheiligen wollte Ministerpräsident Seehofer einen Nachfolger für den abtrünnigen Finanzminister Fahrenschon präsentieren - doch Fehlanzeige. Das Rätselraten geht weiter.

Georg Fahrenschon und Horst Seehofer.

Das Rätselraten um die Nachfolge von Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) geht weiter: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kündigte an, er wolle nun bis diesen Mittwoch eine Entscheidung treffen und diese «spätestens am Donnerstag» bekanntgeben. «Es läuft alles geordnet und nach Plan», betonte der Regierungschef gegenüber unserer Zeitung. «Wir werden termin- und fristgerecht diese Thematik abgeschlossen haben.»

Von der Staatskanzlei hieß es am Dienstag, die in den Medien gehandelten Namen seien «reine Spekulation». Seehofer nannte diese Spekulationen «eher erheiternd als Ärger auslösend». Zu einzelnen Namen wollte der Ministerpräsident aber nicht Stellung nehmen. Damit blieb zunächst weiter unklar, ob Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) ins Finanzressort wechselt oder nicht - das hatten am Montag «Focus online» und der Bayerische Rundfunk gemeldet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa galt aber auch Umweltminister Markus Söder (ebenfalls CSU) zuletzt als ein Favorit für den freiwerdenden Finanzminister-Posten.

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Fahrenschon-Nachfolge: Seehofer ließ Frist verstreichen

Dass eine Entscheidung nicht, wie ursprünglich angekündigt, am Dienstag verkündet wurde, begründete Seehofer mit dem Termindruck und vielen Gesprächen, die zu führen seien. Außerdem betonte er: «Ich mache als Katholik an einem katholischen Feiertag keine Pressekonferenz.» Am Samstag hatte der CSU-Chef der «Passauer Neuen Presse» gesagt: «Ich habe vor, das noch vor Allerheiligen zu entscheiden.» Diese Frist ließ Seehofer damit nun verstreichen.

Fahrenschon hatte am Freitagabend angekündigt, sein Amt niederzulegen und am 30. November für den gut bezahlten Präsidenten-Posten beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zu kandidieren. Bei der Verbands-Mitgliederversammlung in Berlin wird der 43 Jahre alte CSU-Politiker gegen den Präsidenten des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach (58), antreten.

Horst Seehofer wurde kalt erwischt

Seehofer und die CSU wurden von Fahrenschons plötzlichem Abgang kalt erwischt. Innerhalb von Staatsregierung und CSU wurde seit dem Wochenende quasi pausenlos über die offene Personalie verhandelt. Als denkbare Fahrenschon-Nachfolger wurden neben Haderthauer und Söder auch Innenminister Joachim Herrmann und Finanzstaatssekretär Franz Pschierer genannt. Zudem kursierten in den vergangenen Tagen die Namen von Staatskanzleichef Marcel Huber und Kultusstaatssekretär Thomas Kreuzer sowie von Frauen-Unions-Chefin Angelika Niebler.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Hartmut Koschyk, sagte ab, ebenso wie zwei Kandidaten aus der freien Wirtschaft. Dabei handelt es sich nach Medienberichten um den Bauunternehmer und CSU-Schatzmeister Thomas Bauer sowie den ehemaligen Vizepräsidenten der Bundesbank, Franz-Christoph Zeitler.

Haderthauer war von Oktober 2007 bis Oktober 2008 unter dem damaligen Parteichef Erwin Huber Generalsekretärin der CSU. Nach dem historischen CSU-Debakel bei der Landtagswahl 2008 machte sie Seehofer dann zur bayerischen Sozialministerin.

Söder war unter Parteichef und Ministerpräsident Edmund Stoiber Generalsekretär der CSU. Im Kabinett von Günther Beckstein war er Europaminister, Seehofer machte ihn dann zum Umweltminister. AZ

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