Zur dringend benötigten Imagepflege, will die CSU mit dem neuen Shootingstar Karl-Theodor zu Guttenberg und CSU-Chef Horst Seehofer bayernweit auf Plakaten werben. Doch einem passt das gar nicht. Von Jörg Sigmund Von Jörg Sigmund


Von Jörg Sigmund
Augsburg - Die Idee entstand bei einem Treffen zwischen Parteispitze und den CSU-Kandidaten für die Europawahl. Sollte nicht, so hieß es aus der Runde, der neue Shootingstar Karl-Theodor zu Guttenberg neben CSU-Chef Horst Seehofer bayernweit auf den Großplakaten präsentiert werden?
Der neue Bundeswirtschaftsminister kandidiert zwar gar nicht für das europäische Parlament, aber das macht ja nichts. Er ist zumindest populär, bekannt und eines der interessantesten Gesichter der CSU.
Keineswegs erfreut dürfte über derartige Pläne der schwäbische CSU-Chef Markus Ferber sein. Der 44-Jährige ist CSU-Spitzenkandidat für die Europawahl am 7. Juni und bekam in jüngster Zeit schon einmal Seehofers "frische Macht" zu spüren. Seehofer wollte Ferber Strauß-Tochter Monika Hohlmeier vor die Nase setzen, weil ihr Name angeblich für größere Zugkraft bürge. Doch der Schwabe wehrte sich erfolgreich und wurde schließlich von den Delegierten mit einem überragenden Ergebnis als Nummer eins der CSU für die Europawahl nominiert. Ferber geht auch jetzt davon aus, "dass der Spitzenkandidat in entsprechender Art und Weise bayernweit beworben wird".
Aus der CSU-Landesleitung hieß es, es gebe bisher "keinerlei Festlegung", wer auf den Plakaten auftauchen soll. Die Planung laufe erst an. Fakt sei lediglich, dass die CSU auf einen "kurzen, knackigen Wahlkampf" baue. Mit der Plakatierung soll Anfang Mai begonnen werden.
Fakt ist aber auch: In der CSU wächst die Sorge, bei der Europawahl ein weiteres Desaster zu erleben und womöglich an der bundesweiten Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern. Das könnte dann der Fall sein, wenn die Christsozialen unter die 40-Prozent-Marke stürzen. Die Situation werde zudem erschwert, da die Freien Wähler erstmals bei der Europawahl antreten und mit der ehemaligen CSU-Rebellin Gabriele Pauli als Spitzenkandidatin ein bayernweit bekanntes Gesicht ins Rennen schicken.
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