Samstag, 25. Mai 2013

10. April 2012 08:03 Uhr

Günzburg

Zehn Jahre Legoland - Wie die Region profitiert

Legoland Deutschland wird zehn Jahre alt. Für die Region rund um Günzburg begann mit der Ansiedlung eine Erfolgsgeschichte.

Vor zehn Jahren war das schwäbische Günzburg ein weißer Fleck auf der touristischen Landkarte. Dann siedelte sich dort Legoland Deutschland an - ein Glücksfall für die Region. Direkt an den Autobahnen 7 und 8 gelegen, mitten zwischen den Ballungsräumen München und Stuttgart - mit diesen idealen Standortbedingungen stach Günzburg 1999 im internationalen Wettbewerb Japans Hauptstadt Tokio aus. Im Mai 2002 öffnete Legoland seine Pforten. Der Freizeitpark habe das Image der Region stark aufgewertet, sagt der Oberbürgermeister der 20.000-Einwohner-Stadt, Gerhard Jauernig (SPD). "Günzburg hat heute einen Bekanntheitsgrad, den wir auch mit viel Geld und Hochglanzprospekten nicht erreicht hätten."

Region wurde auch als Wirtschaftsstandort bekannt

Auch als Wirtschaftsstandort sei die Region viel bekannter geworden. Unternehmen bewerteten sie nun anders als in der Zeit vor Legoland, erzählt das Stadtoberhaupt. Frei nach dem Motto: "Wenn Legoland diesen Standort wählt, muss ja was dran sein." Der Blick aus dem Aussichtsturm im Park verdeutlicht, warum die Entscheidung damals auf Günzburg fiel. Um Legoland herum gibt es vor allem eines: viel Platz. Die große, zusammenhängende Fläche für Erweiterungen sei ein wichtiges Kriterium bei der Standortwahl gewesen, bestätigt Legoland-Sprecherin Stefanie Feifel.

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Der Freizeitpark sei eine wertvolle zusätzliche Komponente in der Region, "ein sehr guter Akzent", sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, Peter Lintner. "Aber das darf man auch nicht überschätzen." Die Wirtschaftskraft des Landkreises Günzburg werde weiterhin vor allem von der Produktion und dem sozialen Bereich geprägt. Die Ansiedlung habe der Region aber dennoch viel gebracht: Parkbesucher ließen ihr Geld schließlich nicht nur im Legoland, sondern auch in der Umgebung. Neben Teilen des Einzelhandels profitierten etwa Tankstellen, Hotels und Restaurants, sagt er. In der beschaulichen Altstadt von Günzburg reiht sich ein Café ans nächste.

Besucher lassen viel Geld im Freizeitpark

Viel Geld lassen Besucher vor allem im Legoland selbst. "Über die letzten zehn Jahre sehen wir einen Trend, dass die Gäste bereit sind, mehr Geld auszugeben", sagt Legoland-Geschäftsführer Hans Aksel Pedersen. "Nicht, weil es viel teurer geworden ist, sondern weil die Gäste hochwertige Produkte kaufen." Auch an der Kasse greifen Besucher tief in die Tasche. Eine Eintrittskarte kostet 38 Euro, für Kinder zwischen 3 und 11 Jahren sind es 34 Euro. Mit Jahreskarten für 59 Euro lockt Legoland zum mehrmaligen Besuch.

Übernachtungszahlen im Landkreis haben sich verdoppelt

Der Geschäftsführer vom Regionalmarketing Günzburg, Werner Weigelt, bezeichnet die Ansiedlung des Parks als Startschuss für den Tourismus in der Region. Allerdings hätten sich nicht alle Erwartungen erfüllt. Denn nach einigen Kilometern lasse die Strahlkraft des Legolands nach. "Der südliche Bereich des Landkreises hat nicht so profitiert, wie es sich viele erhofft haben." Insgesamt spricht er aber von einer Erfolgsgeschichte. Die Übernachtungszahlen im Landkreis Günzburg hätten sich zwischen dem Jahr 2000 und 2011 mehr als verdoppelt - von knapp 200.000 auf rund 472.000. Zwar seien nicht alle Übernachtungsgäste Legoland-Besucher, die Zahlen zeigten aber einen eindeutigen Trend.

Die Konkurrenz ist nicht weit entfernt

Weigelt schätzt, dass jährlich 1,4 bis 1,5 Millionen Besucher in die Attraktion strömen. Der Park selbst hält die Zahlen unter Verschluss. "Legoland ist der Hauptgrund, warum man als Ausflügler die Region besucht", sagt Weigelt. Der Park setze auch selbst stark auf Beherbergung und Gastronomie. Im eigenen Feriendorf gebe es mehr als 600 Betten. Die geografische Lage des Legolands sei ideal. Im Umkreis von 400 Kilometern lebten 25 Prozent der europäischen Bevölkerung. Doch auch die Konkurrenz ist nicht weit - zum Beispiel der rund 65 Kilometer entfernte Skyline Park im Allgäu.  Christine Cornelius, dpa

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